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Internorm-Architekturwettbewerb 2019

Gewinner des Internorm-Architekturwettbewerbs 2019

International herausragende Architekturlösungen im Privat- und Objektbau gekürt

Internorm konnte in diesem Jahr so viele Einreichungen für den Architekturwettbewerb verzeichnen, wie noch nie zuvor. Bereits zum fünften Mal wurden herausragende Architekturlösungen im Privat- und Objektbau ausgezeichnet. In der Kategorie Privatbau geht der Hauptpreis an Tóth Project Építésziroda Kft. aus Ungarn. Im Objektbau konnte das Projekt „Stadtelefant“ von Franz und Sue ZT GmbH die Jury überzeugen. Ein Anerkennungspreis ging an Architekt Dipl. Ing. Gerald Anton Steiner für die gelungene Umsetzung eines Einfamilienhauses in einer besonders herausfordernden Lage.

„Es freut mich, dass wir heuer beim fünften Architekturwettbewerb von Internorm eine neue Rekordzahl an Einreichungen verzeichnen konnten. Die Projekte aus ganz Europa zeigen beeindruckend die gestalterischen Möglichkeiten durch gekonnten Einsatz von Fenstern und Türen. Das Ergebnis sind lichtdurchflutete, großzügige und energieeffiziente Gebäude“, freut sich Anette Klinger, Miteigentümerin von Internorm, über die große Resonanz. Im Mai 2015 initiierte Europas führende Fenstermarke den ersten eigenen Architekturwettbewerb. Gesucht wurden damals wie heute herausragende Objekte im Privat- und Objektbau, welche die Gestaltungselemente Fenster und Türen auf besondere Weise einsetzen und im Bereich zukunftsweisendes Bauen eine Vorreiterrolle einnehmen.

Die Fachjury im Überblick

Die Mitglieder der Fachjury 2019:

DI Architekt Gregor Wakolbinger

WAAX Architekten ZT GmbH, Linz – Sieger des Architekturwettbewerbes 2018 im Bereich „Privatbau“

PROF DI Architekt Peter Sapp

querkraft architekten ZT GmbH, Wien – Sieger des Architekturwettbewerbes 2018 im Bereich „Objektbau“

Volker Dienst

architektur in progress, Wien

Anette Klinger

Internationales Fensternetzwerk IFN, Traun

Prämierung

Internorm vergibt für den Architekturwettbewerb insgesamt € 4.000,-. Diese verteilen sich mit je € 2.000,- auf die Gewinner in den Kategorien Privat- und Objektbau.

Gewinner Objektbau: Franz und Sue ZT GmbH mit dem Projekt „Stadtelefant“

Gewinner Objektbau: Franz und Sue ZT GmbH mit dem Projekt „Stadtelefant“

Der Hauptpreis im Objektbau – ebenfalls mit 2.000 Euro dotiert – geht an das in Wien ansässige Architektenbüro Franz und Sue ZT GmbH, welches die Jury mit ihrem Quartiershaus und Architekturcluster im Wiener Sonnwendviertel begeistern konnten. Der „Stadtelefant“ gilt als Pionierprojekt, da es das einzige Gebäude in diesem Neubaugebiet ist, welches als Bürohaus von einer GmbH gewerblicher Nutzer selbst entwickelt, errichtet und finanziert wurde. Es ist ein Gebäude entstanden, in dem auf allen Ebenen Platz zum Arbeiten, Raum für den Austausch von Expertenwissen, ein öffentliches Lokal im Erdgeschoss, Räumlichkeiten für Veranstaltungen, aber auch Wohnraum geschaffen wurde.

Die Architekten von Franz und Sue verwirklichten ein in der Konstruktion und räumlichen Struktur unkompliziertes und flexibles Gebäude, welches durch Qualität und Langlebigkeit anstatt mit aufwändigem Design punktet. Prof. Architekt DI Peter Sapp von querkraft architekten ZT GmbH in Wien, Mitglied der diesjährigen Expertenjury ist überzeugt: „Das Projekt erhält seine Wirkung durch die Reduktion auf einfache, aber klar definierte Elemente.“ Auch beeindruckt die Raumhöhe von 3,2 Metern, welche für Büroneubauten eher ungewöhnlich ist. Um diesen besonderen Charme der Räume zu erzielen, wurde auf ein zusätzliches Geschoss verzichtet und somit auf Raumqualität und die Lichtbedürfnisse der Nutzer besonders geachtet. Auch auf eine langfristige, flexible Nutzung und Möglichkeit zur offenen Gestaltung wurde durch das Weglassen von tragenden Zwischenwänden, Gängen oder Erschließungsflächen großer Wert gelegt. Die Strukturierung der Flächen erfolgt lediglich durch den Stiegenhaus- und WC-Kern. Der Bau konnte durch den Einsatz von 3,3m x 3,6m großen Betonfertigteilen für die Fassade, mit bereits eingelegter Wärmedämmung in der Mitte, zügig abgeschlossen werden. Durch diese Bauweise kommt man mit minimaler Haustechnik aus. Der Beton wirkt gleichzeitig aktiv als Speichermasse, die Kühlung und Minimallüftung erfolgt über die STB-Decken.

„Der Stadtelefant zeigt auf, wie in Zukunft hochwertig, wirtschaftlich und schnell gebaut werden kann. Vorgefertigte Betonbauteile und großzügig dimensionierte Fenster, mit integriertem Sonnen- und Sichtschutz, ermöglichen eine präzise und rasche Bauweise“, weiß Internorm-Miteigentümerin Anette Klinger. Durch die großzügigen Fenster auf allen Seiten, aber auch die Balkone mit verglasten Türen werden die Räume den ganzen Tag über mit natürlichem Licht geflutet. Diese Transparenz und Offenheit werden auch im verglasten Erdgeschoss mit den großen Schiebetüren fortgeführt. Der Kontrast von Leichtigkeit und massiven Materialien wird im und am ganzen Gebäude gekonnt inszeniert. Innen durch Sichtbetonwände und vollverglaste Flächen und Türen, außen mit großen Fenstern im strengen Betonraster sowie durch die monolithische Form des Baukörpers. Die Architekten selbst beschreiben das Siegerprojekt so: „Von außen gibt sich der Stadtelefant wie sein Namenspate – ein grauer Dickhäuter, der stolz ist ohne aufdringlich zu sein und ein langes Gedächtnis hat. Ein Haus aus Beton, effizient in der Bauweise, modern in seinem Nutzungsmix und nachhaltig in der Flexibilität und Einfachheit. Eine, wie wir finden, zeitgemäße und ökonomische Bauweise. Ehrliche Materialien für ein ehrliches Haus.“

Fotocredit:

Bild 1: Franz&Sue/Andreas Buchberger, Projekt "Stadtelefant"

Bild 2 & 3: Franz&Sue/Louai Abdul Fattah, Projekt "Stadtelefant"

Hauptpreis Privatbau - Einfamilienhaus aus Ungarn

Hauptpreis Privatbau - Einfamilienhaus aus Ungarn

Der mit 2.000 Euro Preisgeld dotierte Hauptpreis in der Kategorie Privatbau geht an das Architekturbüro Tóth Project Építésziroda Kft. aus Ungarn für ihr Projekt eines lichtdurchfluteten Einfamilienhauses in Einklang mit der Natur. Dabei wurde ein Neubau, bestehend aus Keller- und Erdgeschoss realisiert, der sich perfekt in ein Hanggrundstück neben einem Wald einfügt. Das Herzstück des Hauses bildet ein Fensterschacht, der sich über zwei Etagen erstreckt. Dieser und weitere große Fensterfronten lassen eine natürliche Belichtung des ganzen Hauses zu. Die Lichtlenkung macht es möglich, dass auch das Kellergeschoss perfekt ausgeleuchtet wird. Der Eindruck eines Kellergeschosses verschwindet in den Räumlichkeiten der unteren Etage daher gänzlich. Zudem ist der Innenraum klar strukturiert und sehr hell gestaltet, was dem Neubau eine besondere Wohnatmosphäre verleiht. Sowohl Design als auch Funktion der Fenster geben diesem Haus eine besondere Dramaturgie. „Diese Villa in Ungarn ist ein gutes Beispiel dafür, wie durch die geschickte Lichtführung und den richtigen Einsatz von Fenstern lichtdurchflutete, offene und großzügige Wohnräume entstehen können. Die geschickt platzierten Lichthöfe machen aus dem Kellergeschoss einen hellen, hochwertigen und nicht einsehbaren Wohnraum“, zeigt sich Anette Klinger begeistert.

Durch eine großzügige Hebe-/Schiebetür im Erdgeschoss wird der Wohnraum optisch zum Garten und der weitläufigen Natur geöffnet. „Die spannende Lichtführung lässt außen und innen in beiden Geschoßen miteinander verschmelzen und anspruchsvolle Raumsequenzen entstehen“, sagt Jurymitglied und Architekt DI Gregor Wakolbinger von waax Architekten Linz über das Siegerobjekt. Zudem weist das Projekt die Energieeffizienzklasse AA+ auf und kann als Vorbild für energieeffizientes Bauen gesehen werden.

Fotocredit: Tamás Bujnovszky, Projekt Einfamilienhaus in Ungarn

Anerkennungspreis für Architekt Dipl. Ing. Gerald Anton Steiner aus Linz

Anerkennungspreis für Architekt Dipl. Ing. Gerald Anton Steiner aus Linz

Auch in diesem Jahr verlieh Internorm einen Anerkennungspreis für ein weiteres herausragendes Projekt. Dieser geht an Architekt Dipl. Ing. Gerald Anton Steiner aus Linz. Er hat ein Einfamilienhaus auf einem äußerst steilen, nördlich orientierten Hanggrundstück errichtet. Dabei wurde es geschafft, ein dreigeschossiges Haus hangseitig an die Topographie der Landschaft einzusetzen. Im obersten der drei Geschosse gibt es eine überdeckte Terrasse mit einem Stück ebenen Garten, die als Verlängerung des Wohnraums einen hofartigen Außenraum mitten im Wald schafft. Prof. Architekt DI Peter Sapp zeigt sich von diesem Konzept beeindruckt: „Die Wechselbeziehung Nordhang und Waldblick wird durch einen intimen Hof eingefangen.“ Eine begehbare Dachterrasse, das Sonnendeck, ermöglicht zudem den Blick auf die Donau. Die großzügig gewählten Fensterfronten schaffen einen lichtdurchzogenen Innenraum und ermöglichen freien Ausblick in die Umgebung. Im Wohn- und Essbereich finden sich als Besonderheit Fensterbänke als Sitznischen in den fast raumhohen Fenstern. „Dieses Projekt ist der Beweis dafür, dass auch schwierige Grundstücke durch intelligente Architektur optimal bebaut werden können“, beschreibt Architekt DI Gregor Wakolbinger die Gründe für die Vergabe des Anerkennungspreises.  

Fotocredit

Bild: Kurt Kuball, Anerkennungspreis