zurück zur Übersicht

Haus des Monats 2019

Im Gespräch mit Arch. DI Tamás Kiss von kiss architektur ZT GmbH & Arch. DI Thomas Kutschera von kutschera architects ZT GmbH

 

Welche charakteristischen Merkmale zeichnet die Architektur des Projektes aus?

Für die Wohnhausanlage im innenstadtnahen dritten Wiener Gemeindebezirk waren unter anderem folgende Anforderungen zu erfüllen:

  • Eine architektonisch herausragende Fassadengestaltung, im Detail entsprechend hochwertig ausgeführt
  • Großzügige Belichtungsflächen aufgrund enger Bebauung
  • großzügige und barrierefreie Verbindungen der privaten Freiflächen (Gärten, Terrassen, Balkone) mit den Wohnräumen

 

Welchen Stellenwert haben Fenster bei der Gestaltung des Hauses?

Die Fensterformate der Straßenfassade sind integraler Bestandteil der Fassadengestaltung und geben die gesamte Gliederung der Fassade vor (Wechsel Hoch- Querformat, Gesimse). Gartenseitig bestimmen großzügige Hebe-Schiebetüren als Verbindung von Innen- und Außenraum das Erscheinungsbild.

Welche ökologischen und nachhaltigen Aspekte bzw. Vorbildfunktionen für zukunftsweisendes Bauen bietet dieses Projekt?

Die wichtigsten Aspekte waren: Energie, Rohstoffe und der Schutz von Umwelt und Klima. Praktisch heißt das: die Ressourcen möglichst effizient zu nutzen. Wir haben für das Heizsystem eine thermische Solaranlage in Kombination mit einer Erdgas-Brennwertanlage gewählt (HWB 22,56 kWh/m2).

Wir haben die Emissionswerte umweltschonend geplant. Dies war intensive Teamarbeit mit dem Bauherrn und mit den Fachplanern (TGA, Bauphysik). Wir haben in allen Bereichen und Bauteilen bessere Werte vorgesehen, als die aktuellen Gesetze und Richtlinien vorgeben.

Wie hat Internorm Sie bei der Umsetzung von Projekten unterstützen können (Beratung, Dienstleistung, Produkt, …)?

Wir sind erst in der Ausführungsphase eingestiegen. Die Bauprodukte, wie z.B. Fenster sowie die Details der Fassade, waren noch nicht definiert. Wir mussten die vorgegebenen Anforderungen verwirklichen. Wir haben im Zuge der Planung sämtliche Fenster- bzw. Fenstertürsituationen geplant und die entsprechenden Produkte aus der umfangreichen INTERNORM Produktpalette ausgewählt. In der Ausführungsphase haben wir noch einmal gemeinsam mit INTERNORM alle Detaillösungen abgestimmt, angepasst und finalisiert.

Gibt es so etwas wie eine übergeordnete Idee zu diesem Projekt?

Wie ich am Anfang schon erwähnt habe, sind die Fensterformate der Straßenfassade integraler Bestandteil der Fassadengestaltung und geben die gesamte Gliederung der Fassade vor. Das war die übergeordnete Idee straßenseitig, weil andere gestalterische Elemente, wie Erker, Balkone bzw. Vor- und Rücksprüngen, in der Fassadenebene nicht zulässig waren. Bei den gartenseitigen Bauteilen war aufgrund der engen Bebauung das Hauptziel, großzügige Belichtungsflächen zu schaffen.

Was war im Zusammenhang mit diesem Projekt die größte Überraschung für Sie?

Die Umsetzung anspruchsvoller architektonischer Lösungen erfordert hohe Anstrengungen und die Fähigkeit sowie den Willen zur Zusammenarbeit, nicht nur der Architekten, sondern aller Beteiligter: hier vor allem auch des Fassadenbauers, des Montageteams des Fensterherstellers, der örtlichen Bauaufsicht und der Bauleitung. Aber es ist möglich und lohnt sich!

In welche Richtung, denken Sie, wird sich die Architektur in Zukunft entwickeln?

Wir glauben, dass die transparenten Bauteile in der Zukunft noch eine größere Rolle spielen werden. Egal ob Stadt oder Land, die Menschen lieben es, wenn Ihre Wohnungen bzw. Häuser hell und freundlich sind bzw. die Verbindungen zwischen den Innen- und Außenräumen gut funktionieren. Besonders wichtig ist die Transparenz bei kleineren Stadtwohnungen, nei denen die Aufenthaltsräume in den letzten Jahren kleiner geworden sind. Außerdem müssen die transparenten Elemente gleichzeitig auch mehrere Schutzkriterien erfüllen. Sonnen-, Wärme- und Schallschutz sind große Themen und Herausforderungen, nicht nur für die Hersteller, sondern auch für uns Architektinnen und Architekten!

 

Wir danken für das nette Gespräch. 

 

Architekt: kiss architektur ZT GmbH, Hörnesgasse 1/11, 1030 Wien, www.kissarchitektur.at; kutschera architects ZT GmbH, Fichtnergasse 2, 1130 Wien, www.k-a-d.eu  

Projekt: Wohnhausanlage

Vertriebspartner: Internorm Bauelemente Services GmbH, Siemensstraße 105, 1210 Wien, www.ibs-fenster.at

Fotograf: Christian Schellander, STO GmbH; Foto Lorenz KG, www.fotolorenz.at; kiss architektur ZT GmbH

 

 

 

Haus des Monats August 2019 - Arch. Dietmar Ewerz & Arch. Martin Gamper von teamk2 architects ZT GmbH

Haus des Monats August 2019 - Arch. Dietmar Ewerz & Arch. Martin Gamper von teamk2 architects ZT GmbH

Welche charakteristischen Merkmale zeichnen die Architektur des Projektes aus?

Das Zentrum der Neukonzeptionierung des Bildungshauses bildet die denkmalgeschützte, erhaltene Kapelle des bekannten Tiroler Architekten Josef Lackner. Zum einen definiert sie den internen Drehpunkt der Baukörper und Funktionen, zum anderen wird sie von außen als zentraler Bereich der Gebäudekonzeptionierung sichtbar. Durch das Abrücken der Hauptbaukörper wird der Blick auf die Kapellenspitze freigegeben. Mittels Stellung und Größe des Hauptgebäudes wird eine, dem bestehenden Ensemble entsprechende, Identifikationssituation definiert.

Das Bild von der gegenüberliegenden Talseite als fernes Erkennungszeichen, entsprechend der ursprünglichen Wirkung, bleibt erhalten, wird jedoch in seiner Umsetzung als schlichter, monolithisch anmutende Bauteil ausformuliert.

Durch die bewusste Reduktion der verwendeten Oberflächenmaterialien wird der Blick auf das Wesentliche angestrebt. Holz, in Form von sägerauher, dunkel lasierter Fichte für Fassaden und Sonnenschutzelemente, in Kombination mit Glas und elfenbeinfarbig gestalteten Flächen für die Gebäudeeinschnitte, definiert den Gebäude- bzw. Ensemblecharakter. Durch das Öffnen bzw. Schließen der Sonnenschutz- / Sichtschutz- und Verdunkelungselemente wird der Nutzer gleichzeitig zum Gestalter.

Welche ökologischen und nachhaltigen Aspekte bzw. Vorbildfunktionen für zukunftsweisendes Bauen bietet dieses Projekt?

Bei der Planung und Errichtung des Gebäudes mit der Gebäudeklasse 5 lt. OIB-Richtlinien in Holzbauweise, wurde immer auf eine integrale Planung und regionale Wortschöpfung geachtet.

In der Verlautbarung mit dem Titel „Über die Sorge für das gemeinsame Haus“ befasst sich Papst Franziskus in seiner zweiten Enzyklika schwerpunktmäßig mit dem Thema Umwelt- und Klimaschutz und der damit verbundenen Erschöpfung der natürlichen Ressourcen. In seinem Text äußert sich der Papst klar zur Abkehr von Öl, Kohle und Gas und dem notwendigen Ausbau erneuerbarer Energieträger.

Die Diözese Innsbruck wollte mit diesem Gebäude ein Zeichen setzen.

Klima-Aktiv-zertifiziert: GOLD - PUNKTE: 952/1000

HWB n. E-Ausweis: 1,9 kWh/m³a (Referenzklima spezifisch)

EEB  n. E-Ausweis:  42,9 kWh/m²a (Standortklima spezifisch)

PEB n. E-Ausweis:  112,3 kWh/m²a (Standortklima spezifisch)

KB (Kühlbedarf) n. E-Ausweis: 0,5 kWh/m³a (Referenzklima spezifisch)

Es wurde ein externes Produktmanagement durchgeführt, in dessen Rahmen allein über 250 verschiedene Chemikalien geprüft und schadstoffoptimiert wurden. Darüber hinaus hat sich der Bauherr und Betreiber verpflichtet, die Zertifizierung im Rahmen des öst. Umweltzeichens für Tourismusbetriebe und des EU Eco-Labels durchzuführen. Dadurch wird sichergestellt, dass nicht nur in der Planung, sondern auch beim Betrieb des Gebäudes die Nachhaltigkeitskriterien eingehalten und laufend überprüft werden. Das Augenmerk liegt dabei unter anderem auf Abfallvermeidung, Energiecontrolling, naturnaher Gartengestaltung, nachhaltiger Mobilität für Mitarbeiter und Gäste sowie auf einem regionalen Speisen- und Getränkeangebot.

 

Welchen Stellenwert haben Fenster bei der Gestaltung eines Hauses?

Speziell in einer Umgebung mit so hoher Freiraumqualität kommt der Beziehung zwischen Naturraum und Innenräumen eine große Bedeutung zu. Das Fenster übernimmt bei gleichzeitig thermischer, raumbildender Anforderung diese verbindende Aufgabe. Fenster stellen einen entscheidenden architektonischen Part in der Ausformulierung von Baukörpern dar. Zum einen werden sie zum gestalterisch bestimmenden Element, zum anderen unterstützen sie in zurückhaltender Wirkung funktionelle und gestalterische Wirkungen.

 

In welche Richtung, denken Sie, wird sich die Architektur in Zukunft entwickeln?

Baukultur ist mehr als bloße Baukunst. Baukultur beinhaltet neben hoher architektonischer Qualität, Funktions- und Nutzungsaufgaben, Parametern des Ortes und auch die Anforderung verantwortungsvoll mit unserer Umwelt umzugehen.

 

Ist es möglich, die zukünftige Entwicklung der Architektur vorherzusehen?

Wahrscheinlich nicht. Mit neuen bautechnischen Entwicklungen und Erkenntnissen werden neue Möglichkeiten eröffnet, welche bestimmend für die Zukunft sein könnten. Alle Aspekte der Baukultur gemeinsam als verantwortungsvolle, nachhaltige Aufgabe zu definieren, wäre wünschenswert für eine wertvolle Entwicklung der Architektur der Zukunft.   

 

Wir danken für das nette Gespräch. 

 

Architekt: teamk2 [architects] ZT GMBH, Maria-Theresien-Strasse 40, 6020  Innsbruck, www.teamk2.com

Projekt: Bildungshaus St.Michael

Vertriebspartner: Zoller-Prantl, Gesellschaft m.b.H, Kalkofenstraße 20, 6425 Haiming, www.zp-system.at

Fotograf: David Schreier & Eli Krismer

Haus des Monats Juli 2019 - Architekt Ing. Ernst Feuersinger, Feuersinger Architektur GmbH

Haus des Monats Juli 2019 - Architekt Ing. Ernst Feuersinger, Feuersinger Architektur GmbH

Welche charakteristischen Merkmale zeichnen die Architektur des Projektes aus?

Die Herausforderung im Entwurf bestand darin, die geforderte große Baumasse auf dem Hanggrundstück möglichst kleinteilig in Erscheinung treten zu lassen.

Durch 4 behutsam gesetzte, in der Höhe gestaffelte Baukörper, welche durch leichte Glasgänge miteinander verbunden sind, konnte dieser Entwurfsansatz realisiert werden.

Die kompakten Einzelobjekte mit Pultdach sitzen wie Felsblöcke im Gelände und ermöglichen uneingeschränkte Blicke auf die umliegende Landschaft, ins Tal sowie auf den Zeller See.

Welche ökologischen und nachhaltigen Aspekte bzw. Vorbildfunktionen für zukunftsweisendes Bauen bietet dieses Projekt?

Der Niedrigenergiestandard sowie die dauerhaft wartungsfreien, naturbelassenen Fassaden –und Dachmaterialien.  

 

Welchen Stellenwert haben Fenster bei der Gestaltung eines Hauses?

Gut proportionierte, behutsam gesetzte Fensteröffnungen ermöglichen Blickbeziehungen, einen Dialog zwischen Außen –und Innenraum, sie tragen dazu bei die umliegende Landschaft in das Gebäudeinnere zu holen.  

In welche Richtung, denken Sie, wird sich die Architektur in Zukunft entwickeln?

Der Kompakte, wirtschaftlich realisierbare Baukörper, aber vor allem bis ins Detail gut durchdachte Projekte werden wieder vermehrt an Wichtigkeit gewinnen.

 

Wir danken für das nette Gespräch. 

 

Architekt: Feuersinger Architektur, Felberstraße 50, 5730 Mittersill, www.feuersinger-planung.at

Projekt: Mehrfamilienhaus in Hanglage

Vertriebspartner: Freiraum 4 Handels GmbH, Stublerfeld 27, 6123 Terfens, www.freiraum4.at

Fotograf: David Innerhofer

 

 

Haus des Monats Juni 2019 - Architektin Mag.a.arch. Ulrike Schartner & Architekt Mag.arch. Alexander Hagner

Haus des Monats Juni 2019 - Architektin Mag.a.arch. Ulrike Schartner & Architekt Mag.arch. Alexander Hagner

 

Wie seid ihr als Architekten zum bzw. auf das Projekt "VinziDorf Wien" gestossen?

Das ist geschehen, als Pfarrer Pucher aus Graz 2002 sein Projekt „VinziDorf Wien“ vorgestellt hat. Er wollte gerne für schwer- obdachlose, alkoholkranke Männer eine Heimat nach dem Vorbild des "Grazer VinziDorfs" errichten. Das Dorf in Graz gibt es heuer übrigens schon seit 25 Jahren. Bei diesem Vortrag war mein Büropartner Alexander Hagner dabei und hat spontan angeboten, ihm als Architekt zu helfen.

Was waren dann die ersten Schritte?

Die Grundstückssuche. Das wichtigste war es, einen Platz zu finden, an dem diese Menschen einfach nur ungestört und in Ruhe leben können, solange sie wollen.

Bis 2007 konnte kein passendes Grundstück gefunden werden. Vier verschiedene Bauplätze wurden untersucht und beplant. Die Idee obdachlosen Männern eine bedingungslose Heimat zu schaffen, wenn alle anderen zur Verfügung stehenden Unterbringungsoptionen schon ausgeschöpft sind, wurde zwar von den meisten als gut befunden, die konkrete Errichtung in unmittelbarer Nachbarschaft wurde aber dann sowohl von der Bezirksvorstehung als auch  Anrainern abgelehnt.

2007 boten schließlich die Lazaristen der Vinzenzgemeinschaft Eggenberg das Nutzungsrecht eines Teil Ihres Besitzes in Hetzendorf an.

Wie kam es zu der Idee das Projekt als Dorf zu gestalten?

Obdachlose Menschen sind oftmals in ihren sozialen Kontakten sehr eingeschränkt und leben gerne zurückgezogen. Viele können und wollen nicht in Schlafsälen übernachten. (Wir selbst fühlen uns ja auf Matratzenlagern in Berghütten auch nur bedingt und nur für kürzere Zeit wohl.) Diese Menschen sind auf der Suche nach einem Rückzugsort, á la „Tür zu und niemand darf rein“. Aus dieser Tatsache heraus ist die Idee entstanden, ein Dorf zu planen. Jeder hat sein eigenes kleines versperrbares Häuschen als ultimativen Rückzugsort. Gemeinsame Tätigkeiten wie Essen, Kochen oder Waschen wurden in ein bestehendes, ehemaliges Wirtschaftsgebäude intergiert. Dort kann man sich im Gasthaus treffen- aber nur wenn man Lust hat!

Welchen Beitrag konnte Internorm beim Projekt "VinziDorf" leisten?

Internorm hat uns sehr gut helfen können. Wir hatten genau 16 Häuser und dafür wurden 16 Fenster gebraucht. Internorm hat zu dieser Zeit einen neuen Schauraum geplant und hatte für die alten Schauraumelemente keine Verwendung mehr. Die Fenster mussten auch gar nicht alle gleich aussehen, im Gegenteil, das half sogar mit, die Häuschen im Dorf zu individualisieren. So hat jetzt jedes Modul sein eigenes Fenster und in Zusammenarbeit mit weiteren Spendern der Bauindustrie, wo ihr uns zusätzlich geholfen habt Unterstützer zu finden, ist auch nachhaltig gebaut worden. Es wurde weitestgehend mit gespendeten Produkten und Materialien gebaut, z.B. mit auslaufenden Produkten aus Lagerbeständen.

Die Baustoffe oder -teile waren bereits vorhanden und wurden nicht eigens für das Projekt produziert. Auch eine Art von Nachhaltigkeit.

Gibt es weitere Punkte welche im Zusammenhang – Nachhaltigkeit stehen?

Wir haben das alte Haus wiederverwendet, das im Grunde ein halber Leerstand mit Abbruchbescheid war. Es wurde nicht abgerissen, sondern komplett saniert. Einen Lehrauftrag darf man als nachhaltig betrachten, da die Holzhäuser von Schülern der HTL-Mödling gebaut wurden. Auf der Universität in Graz haben sich Studierende mit der Gestaltung des Gastraums im Hauptgebäude beschäftigt. Wir versuchen ja immer wieder Studierende bei unseren Projekten einzubinden, damit sie sich durch praktische Arbeit einbringen können und dadurch auch lernen, eine Haltung einzunehmen. Für die meisten ist es eine prägende, wertvolle Erfahrung.

Was waren rückblickend die grössten Herausforderungen für euch?

Am Anfang die Grundstückssuche und dann natürlich die Genehmigungsphase.

Durchzuhalten trotz der vielen Absagen, Nachbarschaftsstreitigkeiten, Rechtsanwälte und Verfahren bis hin zum Verwaltungsgerichtshof.

Die zweite, allerdings viel erfreulichere Herausforderung war wohl die Arbeit mit den zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Sie immer wieder zusammen zu trommeln und zu motivieren, um z.B. das alte Haus auszuräumen, Möbel zu schleppen und Verkleidungen abzureißen.

Firmen zu finden, die diesen Bau nicht als normales, gewinnbringendes Unterfangen sehen, sondern den sozialen Anspruch mittragen. Sich gemeinsam mit allen am Bau beteiligten Personen als Team zu begreifen, um es zu ermöglichen, dass am Schluss 24 Menschen ein Dach über den Kopf haben, die zuvor keines hatten.

Und zuletzt, für uns ganz besonders wichtig, die zahlreichen Spenden so zu verbauen, dass Architektur mit Anspruch entsteht, gerade weil es ein Sozialprojekt ist.

 

Wir danken für das nette Gespräch!  

 

Architekt: gaupenraub +/-, Büro für Architektur, Hackinger Kai Stadtbahnboge 2U, 1130 Wien, www.architektur.se

Projekt: VinziDorf Wien

Fotograf: Florian Albert, www.florianalbert.net & Markus Kubicek (letztes Bild)

 

 

Haus des Monats Mai 2019 - Architekt Ing. Michael Bögl

Haus des Monats Mai 2019 - Architekt Ing. Michael Bögl

Welche charakteristischen Merkmale zeichnet die Architektur des Projekts aus?

Das moderne und kompakte Gebäude wurde so konzipiert, dass es von der Zufahrt eher zurückhaltend wirkt und sich der Eingangsbereich schlicht und elegant in die Fassade einfügt.
Die Südseite hingegen öffnet sich durch großzügige raumhohe Fensterfronten, welche das gesamte Panorama optisch einfangen.

Welche ökologischen und nachhaltigen Aspekte bzw. Vorbildfunktionen für zukunftsweisendes Bauen bietet dieses Projekt.

Das Gebäude besitzt eine moderne Luftwärmepumpe mit kontrollierter Wohnraumlüftung. Der HWB rk beträgt 22,06 kWh/m²a. Die eigene PV-Anlage am Dach produziert hierfür den notwendigen Strom. Ein Energiespeicher bietet die Möglichkeit ein E-Auto aufzuladen. Um eine Überhitzung im Sommer zu vermeiden, sind die Südfenster konstruktiv mit Balkonen überdacht.

Auch der Gedanke der Barrierefreiheit kam nicht zu kurz. Im UG ist bereits ein entsprechender Liftschacht vorgesehen, welcher bei Bedarf sofort bis in OG verlängert werden kann.

Es ist aber auch möglich das EG in eine eigenständige Wohneinheit zu verwandeln. Dieses Gebäude bietet mehrere Möglichkeiten die vorhandenen Flächen zukünftig, je nach Bedarf, flexibel nutzen zu können und dies mit nur minimalen baulichen Ergänzungen.

Wie hat Internorm Sie bei der Umsetzung dieses Projekts unterstützt?

Durch das persönliche Engagement der Firma Tilg konnten besonders elegante und detailverliebte Lösungen umgesetzt werden (teilweise flächenbündiger Fenstereinbau übers Eck, Einbau über zwei Etagen und vieles mehr).

In welche Richtung, denken Sie, wird sich die Architektur in Zukunft entwickeln?

Die Zukunft der Architektur wird mit Sicherheit von einer ressourcenschonenderen und einfacheren Bauweise geprägt sein, wobei eine Vernetzung des gesamten Gebäudes nicht aufzuhalten ist.  

Wir danken für das nette Gespräch!  

 

Architekt: Architekt Ing. Michael Bögl, Kreuzbühelgasse 16, 6500 Landeck, www.tb-boegl.at

Projekt: Neubau Wohnhaus

Vertriebspartner: TISCHLER TILG GMBH & CO KG, Starkenbach 12, 6491 Schönwies, www.tilg.at

Fotograf: BVH EFH Werner Strigl

Haus des Monats April 2019 - gritsch.haslwanter architekten zt gmbh

Haus des Monats April 2019 - gritsch.haslwanter architekten zt gmbh

Welche charakteristischen Merkmale zeichnen die Architektur des Projektes aus?

Das Raumprogramm wurde durch eine moderne zeitgemäße Gestaltung umgesetzt. Klar strukturierte Baukörper und wenige aber zeitlose Materialen spielen  dabei eine wesentliche Rolle. Die Steinfassaden der unteren beiden Geschosse aus Luserna Gneis und deren Umriss stellen einen starken Bezug zur Landschaft her und lassen diese Ebenen mit der Umgebung verschmelzen. Gestockter Sichtbeton und Verkleidungen aus Holz in den Loggien lassen eine warme Atmosphäre bereits in den Außenbereichen der Zimmergeschosse entstehen und strukturieren dabei den mehrgeschossigen Bau. Auch in den Innenbereichen wurde großes Augenmerk auf eine gesamtheitliche Materialisierung gelegt. Traditionelle Materialen mit Haptik und wohltuenden ruhigen Farben wurden von den Innenarchitekten sorgfältig gewählt und kombiniert.

Dem Bauen in alpinen Raum schulden wir in Tirol ein Übermaß an Respekt und Sorgsamkeit. Die Bauherrn haben diesen Anspruch zur Gänze mitgetragen und realisiert.

Welche ökologischen und nachhaltigen Aspekte bzw. Vorbildfunktionen für zukunftsweisendes Bauen bietet dieses Projekt?

Übergeordnetes Ziel des Entwurfes ist ein sparsamer Umgang mit Grund und Boden und ein wirtschaftliches Neubaukonzept. Die sehr kompakten und einfach konstruierten Baukörperzuschnitte erlauben eine nachhaltige und ökonomische Lösung hinsichtlich energetischer Aspekte sowohl  in Bezug auf die Errichtung als auch im laufenden Betrieb und im Facilitymanagement. Der Einsatz von ökologischen und robusten Baumaterialien garantiert eine lange Nutzungsdauer und schafft somit einen positiven Beitrag zum Thema Nachhaltigkeit. Das neue Gebäude ist energietechnisch als Niedrigstenergiehaus konzipiert. Ein intelligentes Haustechniksystem verbunden mit einer kontrollierten Be- und Entlüftung, bewirkt ein ökologisches Gebäudeklimakonzept.

Welchen Stellenwert haben Fenster bei der Gestaltung eines Hauses?

Sie stehen in Kontrast zu den Steinfassaden der massiven Bauteile und lassen Aussen und Innenraum der einzelnen Ebenen verschmelzen - und schaffen damit den Bezug zu der  einzigartigen Landschaft.

In welche Richtung, denken Sie, wird sich die Architektur in Zukunft entwickeln? 

Das Spannungsfeld wird sich zwischen verschiedensten neuen soziologischen Bedingungen weiter aufbauen. Internationale und interkulturelle Offenheit wird selbstverständliche Voraussetzung werden müssen um gleichzeitig vermehrt wieder lokale Kulturen und regionale Identitäten in die allgemeine Baukultur einzuflechten.

Gibt es so etwas wie eine übergeordnete Idee zu diesem Projekt?

Authentizität! Sie wird erreicht durch Innovationen auf mehreren Ebenen welche dieses Projekt formen: Die Familie Gerber steht mit ihrem persönlichen Einsatz für eine Neuinterpretation von Gastfreundschaft und Tradition. Die zahlreichen technologischen organisatorischen Erleichterungen sowie das neue Angebot an Infrastruktur stärken Dienstleistung und Nachhaltigkeit.

Produktinnovation - SKYPOOL – ein einzigartiges Produkt im Alpenraum macht den Urlaub auf 2020 m zu einem ganz speziellen unvergesslichem Erlebnis.

Wir danken für das nette Gespräch!  

Architekt: gritsch.haslwanter architekten zt gmbh, Stiftshof 3, 6422 Stams, www.gritsch-haslwanter.com

Projekt: Mooshaus, Hotel

Vertriebspartner: Freiraum 4 Handels GmbH, Stublerfeld 27, 6123 Terfens, www.freiraum4.at

Fotograf: Günter Wett, Mandelsbergerstrasse 9, 6020 Innsbruck

Haus des Monats März 2019 - Ing. Martin Leibezeder von LEIBEZ Interieur Design

Haus des Monats März 2019 - Ing. Martin Leibezeder von LEIBEZ Interieur Design

Welche charakteristischen Merkmale zeichnet die Architektur des Projektes aus?

Das Gebäude zeichnet sich durch seine kubische und schlichte Form aus, denn im Wesentlichen sind es zwei übereinander gelegte Quader, wobei der obere optisch auskragt und durch großzügige Fensterflächen geöffnet wurde und sich farblich (im Loxone-Grün) abhebt. Durch die Hanglage kann man vom Wohnbereich des oberen Geschoßes ebenerdig die Terrasse erschließen.

Welche ökologischen und nachhaltigen Aspekte bzw. Vorbildfunktionen für zukunftsweisendes Bauen bietet dieses Projekt?

Das Untergeschoß wurde in Massivbauweise ausgeführt, da es zu einem großen Teil in den Hang hinein gebaut wurde. Beim Erdgeschoß wurde eine Holzriegelbauweise mit hinterlüfteter Fassade gewählt. Die Energieversorgung erfolgt mittels Erdwärmeheizung und einer Fotovoltaikanlage.

Wie hat Internorm Sie bei der Umsetzung von Projekten unterstützen(Beratung, Dienstleistung, Produkt, …)?

Da auch einige Neuheiten von Internorm verbaut wurden, hat man uns diesbezüglich genauestens informiert und in technischer Hinsicht hervorragend unterstützt.

Gibt es so etwas wie eine übergeordnete Idee zu diesem Projekt?

Die Vorgabe war einerseits für Geschäftskunden eine Unterkunft zu schaffen, und andererseits ein ‚Showhome‘ zur Präsentation aller Smarthome-Produkte und -Funktionen von Loxone zu schaffen. Und das alles auf möglichst kompakter Fläche, was uns denke ich sehr gut gelungen ist.

Was war im Zusammenhang mit diesem Projekt die grösste Überraschung für Sie?

Es war zwar keine wirkliche Überraschung, aber das Haus ist so richtig wohnlich geworden!

In welche Richtung, denkt ihr, wird sich die Architektur in Zukunft entwickeln?

Ich denke in Zukunft wird nachhaltiges Bauen ein großes Thema und die Häuser werden immer mehr ‚intelligent‘, sprich sogenannte ‚Smarthomes‘ sein. Zum einen um den Bewohnern viel Handgriffe zu ersparen und zum Anderen den Energiebedarf des Hauses sinnvoll zu managen und somit gering zu halten.

Wir danken für das nette Gespräch!  

Architekt: Ing. Martin Leibezeder von LEIBEZ Interieur Design, Stadlgasse 3/1, 4152 Sarleinsbachn, www.leibez.at

Projekt: Showhome

Fotograf: Patrick Obermayr

Haus des Monats Februar 2019 - BWM Architekten und Partner ZT GmbH

Haus des Monats Februar 2019 - BWM Architekten und Partner ZT GmbH

Welche charakteristischen Merkmale zeichnen die Architektur des Projektes aus?

Hier haben wir direkt in der Nachbarschaft eine besonders tolle Aufgabe mit einer sehr schmalen, sehr langen Baulücke gehabt. Das Grundstück wurde mit einem Wohnblock bebaut, der straßenseitig sechs Obergeschoße mit kleineren Zweizimmer-Wohneinheiten und hofseitig über einen zweiten Gebäudetrakt umfasst. In den ruhigen Innenhof wurde ein zweigeschoßiger Gebäudeteil eingefügt, in dem zwei Maisonnette-Wohnungen mit Büroanteilen und eine Triplex-Wohnung untergebracht sind. Durch eine Verdrehung der Sockelzone zur Schönbrunner Straße hin entstand eine besondere Schräge, die interessante Raumausblicke erlaubt und den Blick in den vorgelagerten Außenraum freigibt. Effiziente Grundrisse nutzen den vorhandenen Platz optimal. Alle Wohnungen wurden mit französischen, raumhohen Fenstern ausgestattet, die das Tageslicht voll einfangen. Die effiziente Lichtführung und die Maximierung der Fensterflächen bilden einen besonderen Mehrwert. Darüber hinaus wurden wir von einer namhaften amerikanischen Künstlerin ausgewählt und angeschrieben, ob sie die Wand gestalten darf. Wir finden das gut, dass es in Wien möglich ist, dass einer Künstlerin im öffentlichen Raum eine so große Leinwand zur Verfügung gestellt wird.  

Welche ökologischen und nachhaltigen Aspekte bzw. Vorbildfunktionen für zukunftsweisendes Bauen bietet dieses Projekt?

BWM Architekten bemühen sich in ihrer täglichen Architekturpraxis darum, Identität ganzheitlich zu bilden. Wir entwickeln dabei nicht nur ein energetisch möglichst sinnvolles Gesamtkonzept – das setzen wir heute als selbstverständlich voraus – wir bemühen uns ebenso um die Entwicklung eines kulturell nachhaltigen Gebäudes. Darunter verstehen wir die Verbindung ökologischer und ökonomischer Nachhaltigkeit mit den Grundsätzen der sozialen Verantwortung, mit interkulturellem Dialog und interdisziplinärem Denken.  

Welchen Stellenwert haben Fenster bei der Gestaltung dieses Hauses?

Für uns ist das Fenster immer eines der wesentlichen Gestaltungselemente, und bei der Auswahl der Produkte achten wir neben der Stabilität der Rahmen, der Beständigkeit der Materialien auch ganz besonders darauf, dass die Profilansichten von außen und innen besonders schlank sind. Dies verleiht der Fassade einerseits eine besondere Eleganz und andererseits wird die Lichtausbeute dadurch erhöht.  

In welche Richtung, denkt ihr, wird sich die Architektur in Zukunft entwickeln?

Um kostengünstiges Bauen, bei gleichbleibendem Halten der derzeitigen sehr hohen Standards zu gewährleisten, wird sich die Industrie stärker in Richtung eines systematischen Bauens orientieren.  

Wir danken für das nette Gespräch!

Architekt:  BWM Architekten und Partner ZT GmbH, Margaretenplatz 4/L1, 1050 Wien, www.bwm.at

Projekt: Wohngebäude in der Stadt

Vertriebspartner: Internorm Bauelemente Service GmbH, Siemensstraße 105, 1210 Wien, www.ibs-fenster.at

<address> Fotograf: © BWM Architekten / Foto © Christoph Panzer </address>

Haus des Monats Jänner 2019 - Architekt Ing. M. König von Architekturhalle Arch. Mag. R. Wulz Ziviltechniker KG

Haus des Monats Jänner 2019 - Architekt Ing. M. König von Architekturhalle Arch. Mag. R. Wulz Ziviltechniker KG

Welche charakteristischen Merkmale zeichnen die Architektur des Projektes aus?

Als charakteristische Merkmale sind sicherlich die zwei im öffentlichen Raum stark wirksamen, aber sehr unterschiedlich (wirkenden) Hauptfassaden zu nennen. Wobei sich die Hauptfassade mit dem zur Gänze verglasten Stiegenhaus zum oberen Sparkassenplatz sowie zum Parkplatz vor dem Gemeindeamt hin öffnet und eine großzügig einladende Zugangssituation schafft. Die Westfassade hingegen spielt mit den unterschiedlich angeordneten, in Größe und Erhabenheit differenzierten, erckerartigen Fensterelementen, welche in den Büroräumen für spannende Ausblicke und Belichtungssituationen sorgen.

Gibt es so etwas wie eine übergeordnete Idee zu diesem Projekt?

Ja, es hängt ursächlich mit der Entstehungsgeschichte des Projektes zusammen. Ursprüngliche Aufgabe war für einen gemeinnützigen Wohnbau-Bauträger auf diesem vorgegebenen Grundstück ein Projekt zu entwickeln. Lage und Form des ersten von insgesamt drei Baukörpern, stellte aber die Nutzung als Wohngebäude in Frage. Nach einiger Überzeugungsarbeit gelang es uns, den Eigentümer von der für Wohnungen denkbar ungeeigneten Lage zu überzeugen. Somit konnte in Folge mit einem privaten Bauträger das Gebäude an seiner städtebaulichen, sehr exponierten Lage als Bürogebäude mit im wesentlichen öffentlichen Nutzungscharakter weiterentwickelt werden.

Welche ökologischen und nachhaltigen Aspekte bzw. Vorbildfunktionen für zukunftsweisendes Bauen bietet dieses Projekt?

Als vorbildlich ist sicherlich die Zusammenarbeit mit der Gemeindeführung zu erwähnen. Denn erst durch diese Zusammenarbeit ist es gelungen, diesen als beinahe unbebaubar geltenden Teil des Grundstückes in dieser Form zu beplanen. Eine ressourcenschonende Bebauung zu entwickeln und über diese Miniparzelle auch noch die Tiefgaragenzufahrt und die oberirdische Erschließung der dahinter liegenden Wohnbebauung abzuwickeln, war das Ziel.

Welchen Stellenwert haben Fenster bei der Gestaltung eines Hauses?

Der Stellenwert kann kaum groß genug angenommen werden. Denn sie sind im Innenraum für das Wohlbefinden der Benutzer von maßgeblicher Bedeutung und tragen durch ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten wesentlich zur Unterstützung einer architektonischen Aussage bei.

In welche Richtung, denken Sie, wird sich die Architektur in Zukunft entwickeln? 

Ich hoffe in eine kulturell anspruchsvolle, nicht ausschließlich einem Kostendiktat unterworfene Zukunft.

Wir danken für das nette Gespräch!  

Architekt:  Architekt Ing. M. König von Architekturhalle Arch. Mag. R. Wulz Ziviltechniker KG, Niedere-Munde-Straße 15a, 6410 Telfs, www.architekturhalle.at

Projekt: Wohn- und Bürogebäude in der Stadt

Vertriebspartner: TISCHLER TILG GMBH & CO KG, Starkenbach 12, 6491 Schönwies, www.tilg.at

Fotograf: Architekturhalle, Ing. Simon Schnegg