zurück zur Übersicht

Haus des Monats 2022

ARCHITEKT DI WOLFGANG HOLZER

 

 

Wie würden Sie ihr Projekt beschreiben?

Einfamilienhaus

 

Welche charakteristischen Merkmale zeichnen die Architektur dieses Projektes aus?

Auf einem sehr schmalen Grundstück wurde unter Berücksichtigung der Vorgaben des Bebauungsplans ein Baukörper entwickelt, der vor allem über die Ost- und Westseite belichtet wird. Trotz der Einschränkungen Richtung Süden durch die bestehende Nachbarbebauung wurden Kinderzimmer mit gleichwertiger Belichtung aus Süden und Westen geschaffen. Das Wohnzimmer orientiert sich zum Garten im Osten des schmalen, aber tiefen Grundstücks. Im Dachgeschoss entsteht trotz Verzicht auf Ausnützung der zulässigen Maximalbebauung ein großzügiger, multifunktionaler Familienraum mit Terrassen in zwei Himmelsrichtungen. Durch die Ausführung der Außenwände mit unterschiedlichen Putzstärken wird eine Gliederung der Fassaden erreicht, in die auch die Fensterelemente einbezogen werden.

 

Welchen Stellenwert haben Fenster bei der Gestaltung eines Hauses?

Großzügige Belichtungsflächen nach Westen und Osten, reduzierte Flächen zu den knapp angrenzenden Nachbargrundstücken im Norden und Süden. 

 

Welche nachhaltigen Aspekte bzw. Vorbildfunktionen für zukunftsweisendes Bauen bietet dieses Projekt?

Ausführung als Ziegelmassivhaus mit einer Wandstärke von 50 cm, Verzicht auf Wärmedämm-Verbundsysteme, Bauteilaktivierung der Betondecken. HWB 35,49 kWh/m²a gemäß Energieausweis.

 

Architekt: Architekt DI Wolfgang Holzer, Adalbert-Stifter-Gasse 13, 2345 Brunn am Gebirge, www.architekt-holzer.com

Projekt:  Haus H 

Vertriebspartner: Franz Weninger e.U., Schloßhofer Straße 13, 2301 Groß Enzersdorf, www.weninger-fenster.at

Fotograf: Architekt DI Wolfgang Holzer

 

 

Haus des Monats September 2022 - JEBENS SCHOOF ARCHITEKTEN BDA

Haus des Monats September 2022 - JEBENS SCHOOF ARCHITEKTEN BDA

Wie würden Sie ihr Projekt beschreiben?

Für die neuen Eigentümer war von Anfang an klar, dass das historische Bauwerk aus den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts erhalten bleiben muss. Durch das lichtdurchflutete Foyer betritt man den Altbau. Benachbart befindet sich die großzügige Lobby mit Rezeption. Gegenüber liegt der Gastraum mit der historischen Bar. Über das Treppenhaus gelangt man ins Obergeschoß zu den Maisonette-Ferienwohnungen mit ein oder zwei Schlafräumen. Hier, wie im ganzen Haus, wurden behutsam die Qualitäten des historischen Bestandes herausgearbeitet und durch harmonische Farbgestaltung, Bäder und moderne Möbel ergänzt.

Dem Altbau wurde ein moderner Anbau entgegengesetzt. Dieser umfasst den großzügigen Wellnessbereich mit Schwimmbad inkl. Sonnenterrasse, Sauna und Ruheraum sowie die Betreiberwohnung. Die bodentiefen Fenster und Schiebetüren lösen die Grenzen von Innen- und Außenraum auf. Der Neubau ist ein Holz-Skelett-Bau. Das hölzerne Tragwerk und die Sichtdecken prägen die Innenräume. Spannungsreich und selbstbewusst stehen sich Alt- und Neubau gegenüber und harmonieren zugleich als Ensemble.

 

Welche charakteristischen Merkmale zeichnen die Architektur dieses Projektes aus?

Charakteristisch sind die beiden kontrastierenden Architektursprachen des Altbaus mit seiner Rotsteinfassade und dem Walmdach sowie dem Neubau mit der Aluminiumhülle und dem Flachdach. Der Neubau ist lichtdurchflutet. Alle Fenster sind bodentief. Außen- und Innenräume fließen ineinander. Das Sichtholz des Tragwerks, der Decken und Fenster vermitteln ganz selbstverständlich Wärme und Geborgenheit und unterstützen die Funktion der Gebäude als Ort der Ruhe und Erholung sowie Wellness und Entspannung.

 

Welchen Stellenwert haben Fenster bei der Gestaltung eines Hauses?

Die höchste Detaillierung und die erzielte absolute Flächenbündigkeit von Fenster- und Fassadenoberfläche wirken zugleich einfach und selbstverständlich und zugleich feingliedrig und elegant. Die Fugen- und Linienführung ist genauestens geplant, zwischen Montageplanung Fenster und Fassade abgestimmt und in höchster Qualität ausgeführt.

 

Welche nachhaltigen Aspekte bzw. Vorbildfunktionen für zukunftsweisendes Bauen bietet dieses Projekt?

Die Gebäudehülle des Neubaus ist passivhaustauglich. Alt- und Neubau werden größtenteils regenerativ beheizt. Auch die Wassererwärmung erfolgt hauptsächlich mit erneuerbaren Energien. Der Neubau verfügt über eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sowie LED-Beleuchtung. Der Altbau wurde energetisch umfassend saniert. Das Dach wurde aufgedoppelt und gedämmt, die Holzfenster originalgetreu erneuert sowie die Gebäudehülle mit Wärmedämmung ausgeblasen.

 

Architekt: Jebens Schoof Architekten BDA, Speichergasse 6, 25746 Heide, www.jebensschoof-architekten.de

Projekt:  Apartmenthaus L 

Vertriebspartner: Holz + Form, Daimlerstraße 5, 25337 Elmshorn, www.holz-und-form.de

Fotograf: Meike Hansen

 

 

Haus des Monats August 2022 - ABENDROTH ARCHITEKTEN

Haus des Monats August 2022 - ABENDROTH ARCHITEKTEN

Wie würden Sie ihr Projekt beschreiben?

Das Elternhaus wurde in den 60-er Jahren noch fast ausschließlich in Eigenleistung erbaut: ein Bungalow mit Unterkellerung, der die vierköpfige Familie gerade so beherbergen konnte. Viele Erinnerungen knüpfen sich an das kleine Häuschen, so dass ein Erhalt mit Erweiterung ins Auge gefasst wurde. Der Gebäudegrundriss soll zwei Personen eine barrierefreie Nutzung bieten. Ein Zubau in Holzriegelbauweise beinhaltet den neuen Wohnraum mit Küche und Essplatz. Der Altbauteil verfügt über ein Schlafzimmer und Sanitärräume. Ein flexibler, mit dem neuen Wohnraum verbundener, offener Bereich lässt die gesamte Längenausdehnung des Gebäudes von 16,5 Metern erleben. Er dient als Entree und Arbeitsplatz. Zusätzlich kann noch ein Gästezimmer abgeteilt werden, was ein versteckter Vorhang und ein Klappbett möglich machen. Dem Wohnraum vorgelagert ist eine Loggia angeordnet, deren lamellenartige Begrenzung Schatten spendet. Das Gelände ist sanft angehoben und mündet eben auf dem Holzdeck, welches den Wohnraum von außen umgibt. Die Barrierefreiheit ist in diesem Bungalow sowohl im Inneren, als auch in den Außenanlagen konsequent verwirklicht. Das gesamte Gebäude wird von einem gefalteten Dach überzogen. Von oben erinnert es an eine Skatebahn. Im Gebäudeinneren können die Faltungen des Daches erlebt werden. Der Holzbau wird immer wieder sichtbar, auch wenn die Fassade mit Putz überzogen wurde. Die zum Eingang führende Rampe wird von Spalierholz flankiert und das ebenfalls in Holzkonstruktion errichtete Carport wartet mit einer Holzfassade auf. Die Gebäudetechnik ist auf den neuesten Stand gebracht worden. Super Wärmedämmung und Dreischeibenisolierglas fusionieren mit Lüftungsanlage und Wärmepumpe zu einem Niedrigst-Energiehaus für Zwei (plus einen Gast).

 

Welche charakteristischen Merkmale zeichnen die Architektur dieses Projektes aus?

Verbindung von Holzriegelbau (neu) und Massivbau (alt) durch Putzfassade zusammengefasst, durch Spalierelemente wird der Holzaspekt in der Fassade gezeigt. Der Carport in Sicht- und Holzbauweise verleiht dem Ensemble Ausgewogenheit. Offenheit und Transparenz durch große Glaselemente, Verschattung und Sichtschutz durch Spaliermotiv.

 

Welchen Stellenwert haben Fenster bei der Gestaltung eines Hauses?

Großzügiges Fensterband, Über-Eck Verglasung öffnet sich zum Garten hin, Erweiterung des Wohnraumes optisch durch die Verglasung zur Loggia.

 

Welche nachhaltigen Aspekte bzw. Vorbildfunktionen für zukunftsweisendes Bauen bietet dieses Projekt?

Passivhauswandquerschnitt im Zubau, Dreischeibenisolierglas, Lüftungsanlage und Wärmepumpe (Tiefenbohrung). Niedrigstenergiehaus. HWB 31,9 kWh/m²a (vor Umbau ca. 220 kWh/m²a), Luftdichtheitsmessung Mittelwert 0,72/h.

 

Architekt: Abendroth Architekten, Franzensgasse 21/5, 1050 Wien, www.abendroth.at

Projekt: Faltdachhaus für Zwei

Vertriebspartner: Franz Weninger e.U., Schloßhofer Straße 13, 2301 Groß Enzersdorf, www.weninger-fenster.at

Fotograf: Attila Karpati

Haus des Monats Juli 2022 - OK2 ÉPÍTÉSZ IRODA KFT.,

Haus des Monats Juli 2022 - OK2 ÉPÍTÉSZ IRODA KFT.,

Wie würden Sie ihr Projekt beschreiben?

Das Projekt umfasst 5 Gruppenräume für je 25 Kinder mit angeschlossenen Wickel- und Toilettenräumen, eine Turnhalle, ein Spielzimmer, notwendige Lagerräume, einen Küchenblock und einen Serviceblock. Die Verwaltungseinheit befindet sich im sanierten, denkmalgeschützten alten Villengebäude, das sich organisch an den neuen Teil anschließt.

 

Welche charakteristischen Merkmale zeichnen die Architektur dieses Projektes aus?

  • u-förmiges Gebäude: heilige Form, lauschiger Spielplatz 
  • 2-Schicht-Fassade zur Sonnenseite

 

Welchen Stellenwert haben Fenster bei der Gestaltung eines Hauses?

Die Anordnung der Internorm-Fenster ist ein wesentlicher Bestandteil der Gestaltung, sowohl in der Außenansicht als auch in der Innenansicht. In den Gruppenräumen des Kindergartens haben wir große, niedrige Fenster mit möglichst wenigen Unterteilungen entworfen, die nicht nur zum Sitzen geeignet sind, sondern auch den Raum zum Garten hin öffnen und den Außenbereich näher an das Innere bringen. In den Innenräumen haben die Einbaumöbel einen starken Bezug zu den Fenstereinfassungen. 

 

Welche nachhaltigen Aspekte bzw. Vorbildfunktionen für zukunftsweisendes Bauen bietet dieses Projekt?

Unser Ansatz war es, ein energieeffizientes Gebäude zu entwerfen, das leicht zu warten ist. Deshalb basiert die Heizung und Kühlung des Gebäudes auf einer geothermischen Wärmepumpenanlage und einer Lüftung mit Wärmerückgewinnung in den Gruppenräumen.

 

Architekt: Olbert Krisztián, Lendvay Ádám / OK2 Építész Iroda Kft., Szalag utca 19., Budapest, H-101, www.ok2.hu

Projekt: Kindergarten in Budapest

Vertriebspartner: Tóth Project Építésziroda Kft. / Mészáros - Varga Dóra, www.ablakproject.hu

Fotograf: Olbert Krisztián

 

 

Haus des Monats Juni 2022 - LAURENZ VOGEL ARCHITEKTEN

Haus des Monats Juni 2022 - LAURENZ VOGEL ARCHITEKTEN

Wie würden Sie ihr Projekt beschreiben?

Ein Unternehmerehepaar aus Norddeutschland hat an der Atlantikküste Portugals seinen Sehnsuchtsort gefunden. Architekt Laurenz Vogel hat ihnen mit seiner Interpretation eines „Beach Hauses“ das Ankommen leichtgemacht.

An der Westküste Portugals ist die Weite besonders nah: Ausgedehnte Dünenlandschaften gehen fast nahtlos in den Atlantik über. In den kleinen Ortschaften entlang der pinienbedeckten Hügel ist der Lärm der umliegenden Großstädte dem beruhigenden Rauschen von Wind und Wasser gewichen. Wer hier wohnt, wird unweigerlich dazu verleitet, einen Gang herunterzuschalten. Vor allem dann, wenn auch die Architektur der Natur ihren Platz einräumt.

 

Harmonisches Mit- und Nebeneinander

Portugals Architektur verändert sich. Schon seit Jahren sorgen moderne Bauten für spannende Kontraste zu traditionellen Bauformen und Fassadenapplikationen, wie den mit „Mönch und Nonne“-gedeckten Dächern oder den mit Keramikfliesen verzierten Fassaden. Die von Architekt Laurenz Vogel entworfene „Casa Areia“ ist eines der jüngsten Projekte, das deutlich macht, wie zeitgemäßes Wohnen im mediterranen Raum aussehen kann. Der Wunsch der Auftraggeber: Ein offenes Gebäude, ähnlich der Gestaltung eines „Beach Hauses“, bei dem die Übergänge zwischen Außen und Innen fließend sind. Ein Altbestand aus den 1960er Jahren an der Atlantikküste bei Lissabon schien dafür wie gemacht zu sein.

 

Grenzen verschwimmen

Das entkernte und generalsanierte Einfamilienhaus besticht durch seine klare Architektur und eine reduzierte Formensprache. Die führenden Materialien sind Beton (Mikrozement), Holz und Putz. Durch Dachüberstände, Fassadenrücksprünge, in den Baukörper integrierte Absturzsicherungen und Holzlamellen, die zugleich als dynamisches Stilelement und Sichtschutz wirken, gelingt eine optische Leichtigkeit und die harmonische Einbettung des Baukörpers in seine natürliche Umgebung. Die Grenzen zwischen Innen und Außen werden weitgehend aufgelöst: Schon allein dadurch, dass beim Öffnen der großzügigen Pivot-Eingangstür der erste Blick durch das gesamte Haus auf den Garten und die dahinterliegende Dünenlandschaft fällt. Raumhohe Glasflächen, die das Licht weit in den Innenraum fallen lassen, und für Innen- und Außenbereiche einheitliche Wand- und Bodenbelege tragen ebenso zum offenen Charakter bei. 

 

Die Natur ins Haus holen

Die lineare Formensprache der Gebäudehülle setzt sich in der Innenraumgestaltung fort. Vertikal angebrachte Holzlatten dienen als Raumteiler, lassen zugleich die tiefen Räume höher wirken und sorgen im Tagesverlauf für ein raffiniertes Wechselspiel aus Licht und Schatten. Die Lattenstruktur vor den Freibereichen im oberen Stockwerk ist flexibel gestaltet: Verschiebbare Faltelemente vor Schlafzimmer, Büro und Bad erlauben je nach Wunsch der BewohnerInnen ein Mehr oder Weniger an Intimität und Raumtiefe. Selbst im geschlossenen Zustand geht der Bezug zur Natur nicht verloren – der Blick nach außen bzw. der von außen nach innen wird durch das Verschieben der Elemente lediglich reduziert.

 

Konzentration auf das Wesentliche

Die Reduktion auf einige wenige Materialien und Farben erfordert in der Planung Präzision bis ins kleinste Detail. Laurenz Vogel setzt bei seinem Entwurf konsequent auf schlichte Eleganz und klare Formen. Beim Interieur arbeitet der österreichische Architekt mit je einem Farbton für Böden, Wände, Decken und Holz, Akzente werden in mattem Schwarz, etwa bei Armaturen und Türgriffe, gesetzt. Allein in den Nassräumen wird das Material- und Farbkonzept aufgebrochen und um jene bunten, glasierten Mosaik-Fliesen erweitert, die in Portugal traditionell bei der Fassadengestaltung zum Einsatz kommen.

 

Den Wohnraum nach draußen verlagern

Das mediterrane Leben spielt sich überwiegend im Freien ab. Die Architektur trägt diesem Lebensstil Rechnung: Auf jeder Ebene finden sich unterschiedliche Freiraumqualitäten – vom Wohnbereich abgesetzt als intimer Rückzugsort oder an zentraler Stelle als einladender Treffpunkt für die ganze Familie. Die Freibereiche sind so gestaltet, dass sie vor Wind und Wetter geschützt sind. Einer der Lieblingsorte der BewohnerInnen ist die Dachterrasse: Sie bietet einen einzigartigen Weitblick über die Region und auf die historische Kleinstadt Sintra, die in den Bergen der Serra de Sintra liegt. Die endlose Weite? Sie ist hier förmlich greifbar.

 

Welche charakteristischen Merkmale zeichnen die Architektur dieses Projektes aus?

Verschmelzung von Innen- und Außenraum durch rahmenlosen Einbau der Hebeschiebeelemente. Durch die großzügigen Fensterelemente wird ein nahtloser Übergang zwischen dem Terrassenbereich und dem Wohnbereich geschaffen. Möglichst weite Dachüberstände bilden eine konstruktive Beschattung und machen im Erdgeschoss den Einsatz eines Beschattungssystems obsolet. Im Obergeschoss bilden Holzlamellen die Beschattung welche individuell verstellbar sind und somit verschiedene Intimitäten, Lichtstimmungen und Räume mit unterschiedlichen Qualitäten erzeugen.

 

Welchen Stellenwert haben Fenster bei der Gestaltung eines Hauses?

Die Fensterelemente bilden eine Symbiose mit den Beschattungselementen. Gemeinsam mit den Holzelementen fungieren sie als Kontrastelemente zur klar strukturierten Fassade. Durch die großzügige Verglasung wird die Verbindung von Innen und Außenbereich verstärkt. 

 

Welche nachhaltigen Aspekte bzw. Vorbildfunktionen für zukunftsweisendes Bauen bietet dieses Projekt?

Leider ist kein Wert vor der Sanierung, und nach der Sanierung vorhanden. In Portugal ist kein Energieausweis, wie beispielsweise in Österreich, erforderlich. Das Haus wurde, für Portugal nicht üblich, mit einer Außenisolierung versehen. Die Fenster wurden mit 3 – Scheiben Isolierglas verbaut. Die Fenster leisten somit einen wesentlichen Beitrag um den Energieverbrauch im gesamten Haus deutlich zu senken. Warmwasser wird ausschließlich über Solarpaneele erzeugt. Eine Photovoltaikanlage am Dach deckt nahezu den gesamten täglichen Energieverbrauch. Überschüssige Energie wird tagsüber in Batterien gespeichert um den nächtlichen Stromverbrauch zu decken. 

 

Architekt: Laurenz Vogel Architekten, Marktplatz 1, 3470 Kirchberg am Wagram, www.laurenzvogel.com

Projekt: Casa Areia – Sanierung

Vertriebspartner: Intertherm Lda., Paulo Salvador, Praca Guilherme Gomes Fernandes 28B, 2770-077 Paco de Arcos, www.thermowin.pt

Fotograf: Joao Morgado

 

 

Haus des Monats Mai 2022 - GASSNER & PARTNER BAUMANAGEMENT GMBH

Haus des Monats Mai 2022 - GASSNER & PARTNER BAUMANAGEMENT GMBH

Wie würden Sie ihr Projekt beschreiben?

Das Projekt „Favorite Spring“ liegt unmittelbar an der Wiener Hochquellenleitung in der Quellenstraße 22 im bevölkerungsreichsten Wiener Gemeindebezirk Favoriten. Das Gründerzeithaus war mehr als 100 Jahre nach seiner Errichtung völlig desolat und am Ende seiner Nutzungsdauer angelangt. Durch eine umfassende Generalsanierung mit modernem, außergewöhnlichem 3-stöckigem Dachgeschoßausbau konnte einerseits die historische Bausubstanz erhalten werden, andererseits möglichst ressourcenschonend neuer Wohnraum geschaffen werden. Es entstand ein hochmodernes energieeffizientes Wohnhaus, das mit seinem in Bronze glänzenden Dachaufbau ein architektonisches Highlight in Favoriten darstellt. Die intensive Begrünung von Innenhof, Fassade, Balkonen, Terrassen und Flachdächern trägt zur Verbesserung des Mikroklimas bei.

 

Welche charakteristischen Merkmale zeichnen die Architektur dieses Projektes aus?

Der aufwendige Dachaufbau ist ein amorpher Körper, der mit seiner schräg versetzten Form auf dem Altbau-Regelgeschoß thront. Er bildet einen modernen Kontrast zum darunter liegenden Bestandsgebäude. Der markante Dachaufbau ist umhüllt mit einer 2. Haut über der eigentlichen Dachabdichtungsebene. Diese Hülle aus bronzefarbenem Streckmetall bildet eine halbtransparente Schicht, die je nach Lichteinfall in unterschiedlichen Farbtönen schimmert und dem Körper eine gewisse Leichtigkeit gibt. Die Unterscheidung in der Materialität zwischen historischer heller Putzfassade des Bestandsgebäudes und dem bronzefarbenem Dachaufbau bildet eine klare Trennlinie zwischen Alt und Neu. Straßenseitig wurde sogar im Bestand bei allen Fenstern eine Außenbeschattung angebracht. Intelligent konstruierte außenliegende Sonnenschutzschiebeelemente aus demselben Streckmetall, wie die Dachhülle, dienen im Dachgeschoß der Beschattung, die innerhalb der 2. Dachhaut verschwindet. 

Hofseitig wurden Balkone bzw. Terrassen mit großzügigen Hebe-Schiebetüren im Dachgeschoß und Balkontüren im Regelgeschoß geschaffen.

 

Welchen Stellenwert haben Fenster bei der Gestaltung eines Hauses?

Das zurückversetzte Fensterband im 4. Obergeschoß lässt den Dachkörper scheinbar schweben und bildet eine klar ersichtliche Trennung zwischen Alt- und Neubau. Die Fensteranordnung im Dachgeschoß ist frei und spielerisch und bricht mit der strengen Fassadengliederung des Bestandes. Im Bestandsgebäude wurden die alten Kastenfenster mit an die Sanierung angepassten Qualitätsfenstern mit Passivhaus-orientierten Komponenten und exzellenten Wärmedämmwerten ersetzt.

 

Welche nachhaltigen Aspekte bzw. Vorbildfunktionen für zukunftsweisendes Bauen bietet dieses Projekt?

Im Zuge der umfassenden thermischen Sanierung wurde auf die gesamte Fassade des Bestandsgebäudes - straßen- und hofseitig - ein hocheffizientes Wärmedämmverbundsystem appliziert. Sämtliche alten Heizanlagen (Kohle, Gas, Holz, Strom etc.) wurden durch eine zentrale Heizanlage mit Fernwärmeanschluss ersetzt. Passivhaustaugliche Qualitätsfenster statt alter Kastenfenster sorgen nicht nur für eine bessere Wärmedämmung, sondern reduzieren gleichzeitig den unkontrollierten Luftaustausch. In ausgewählten Wohnungen wurden automatische Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung eingebaut. Diese Maßnahmen schlagen sich in einer Reduktion des Heizwärmebedarfs um 81 % und einer CO2-Einsparung von 72 t/Jahr nieder. Bei der Bestandssanierung konnte man den Heizwärmebedarf von 151,8 kWh/m²a vor der Sanierung auf 29,6 kWh/m²a nach der Sanierung senken. Der Dachgeschoßzubau erreicht einen HWB von 31,7 kWh/m²a. Auf die städtische Nachverdichtung wurde besonderer Wert gelegt und durch den 3-stöckigen Dachgeschoßaufbau und einen 2-geschoßigen Neubau im Innenhof zusätzlicher Wohnraum geschaffen. Da die Überhitzung im innerstädtischen Ballungsraum im Sommer eine immer größer werdende Herausforderung darstellt, wurden die hofseitigen Balkone und Fassaden sowie Terrassen, Schräg- und Flachdächer intensiv begrünt.

 

Architekt: Gassner & Partner Baumanagement GmbH, Obere Amtshausgasse 20-24, 1050 Wien, www.ulreich.at

Projekt: Favorite Spring

Vertriebspartner: Baustoffgroßhandel Michael Koch Ges.m.b.H., Bauweltstraße 7, 7210 Mattersburg, www.bauweltkoch.at

Fotograf: Christian Henninger, Allahyari PR

 

 

Haus des Monats April 2022 - TÓTH PROJECT ÉPÍTÉSZIRODA TÓTH PROJECT KFT.

Haus des Monats April 2022 - TÓTH PROJECT ÉPÍTÉSZIRODA TÓTH PROJECT KFT.

Wie würden Sie ihr Projekt beschreiben?

Vor allem war bei diesem Projekt wichtig die Nähe des Plattensees auszunutzen. Das See-Panorama wurde in den Mittelpunkt gestellt. Dementsprechend wurde die Dachterrasse so gestaltet, dass das Wasser durch das Schilf am besten zu sehen ist. 

Unser Ziel war es ein Haus zu planen, das sowohl optisch und auch mit seinen benutzten Materialien in die Umgebung passt. Dies wurde auch mit der Fassade betont. In der Innengestaltung spiegeln sich die typischen Elemente wie Ruder- und Surfgeräte wider.

 

Welche charakteristischen Merkmale zeichnen die Architektur dieses Projektes aus?

Da es ein Ferienhaus ist, war es eine Vorgabe große und naturverbundene Räume zu schaffen, um bei jedem Wetter die Natur genießen zu können. Auch der Sonnenschutz bekam dadurch einen sehr hohen Stellenwert. 

 

Welchen Stellenwert haben Fenster bei der Gestaltung eines Hauses?

Das Fenster wurde hier als wichtigstes Gestaltungselement betrachtet. Es war eine eindeutige Anforderung seitens der Inhaber den See vom Haus aus zu sehen. Deswegen wurden großzügige Fixverglasungen und Hebeschiebetüren eingeplant.

 

Welche nachhaltigen Aspekte bzw. Vorbildfunktionen für zukunftsweisendes Bauen bietet dieses Projekt?

Das Haus ist beinahe wie ein Passivhaus ausgestattet. Es verfügt über eine sehr gute Wärmedämmung, Wärmepumpe, Deckenheizung/-kühlung, mit intelligenter Steuerung.

 

Architekt: Tóth Project Építésziroda Tóth Project Kft., 9330 Kapuvár, Esterházy Pál stny., 1-3., www.tothproject.hu

Projekt: Ferienhaus in Zamárdi

Vertriebspartner: Tóth Project Építésziroda Tóth Project Kft., 9330 Kapuvár, Esterházy Pál stny., 1-3., www.tothproject.hu

Fotograf: Bujnovszky Tamás

 

 

Haus des Monats März 2022 - PICHLER & TRAUPMANN ARCHITEKTEN ZT GMBH

Haus des Monats März 2022 - PICHLER & TRAUPMANN ARCHITEKTEN ZT GMBH

Wie würden Sie ihr Projekt beschreiben?

Ziel war es, ein respektvolles Zusammenleben und Vernetzen vielfältiger Haushaltsformen – in einer „harten“ urbanen Umgebung mit differenzierten Bezügen, zu sichern.

Der Begriff „richtungsweisend“ bedeutet hier den thematischen Überbau für ein exponiertes Baugrundstück zu schaffen. Bei diesem Projekt bestand die Herausforderung darin, den Qualitätsanforderungen an eine wachsende Stadt zu entsprechen. Man musste ein hochwertiges Wohnen direkt an der U-Bahn-Trasse mitbedenken. Genauso wie die Vernetzung vielfältiger Haushaltsformen. Ruhe und Privatheit, als auch zwanglose Begegnung und Kommunikation, sollten hier realisiert werden. Einzelobjekte in ihrer Beziehung und Ausrichtung zueinander sollten in dialogischer Struktur stehen, mit dem Hof als Dreh- und Angelpunkt. Der Hof öffnet sich in wohldosierter Weise zum Straßenraum, als auch zu jenem Anteil des Grundstücks, der unterhalb der U-Bahn-Trasse liegt. Der zweite Anknüpfungspunkt des Hofes orientiert sich zum Jugendspielplatz.

Welche charakteristischen Merkmale zeichnen die Architektur dieses Projektes aus?

Wohnen an der U-Bahn wird hier als eine gewissermaßen prototypische urbane Behausung gesehen. Einzelobjekte stehen in ihrer Beziehung und Ausrichtung zueinander in einer dialogischen Struktur. Der Hof als Dreh- und Angelpunkt ist auch die soziale Mitte des Projektes.

Der Hof öffnet sich in wohldosierter Weise zum Straßenraum, als auch zu jenem Anteil des Grundstücks, der unterhalb der U-Bahn-Trasse liegt. Wie schon oben beschrieben orientiert sich der zweite Anknüpfungspunkt des Hofes zum Jugendspielplatz hin.

Die zentralen Qualitätsbausteine bei diesem Projekt waren:

  • Architektur als Spannungsfeld von richtungsbezogener Offenheit zu individuellem Rückzugsort
  • Kostengünstige, smarte Wohnungen für jedes Alter 
  • Zielgruppenorientierte Angebote für neue Wohnformen
  • Vielfältige Nutzeroberflächen auf der Erdgeschoßebene für soziale Interaktion
  • Unerwartete, gemeinschaftsbildende Blickbezüge

 

Welchen Stellenwert haben Fenster bei der Gestaltung eines Hauses?

Fassadengliederung als Gestaltungselement für Aus- und Durchblicke: Parallel zur U-Bahn finden sich kleinflächige Fenster – zum Innenhof hin großflächige Öffnungen und Balkone als Wohnraumerweiterung.

Welche nachhaltigen Aspekte bzw. Vorbildfunktionen für zukunftsweisendes Bauen bietet dieses Projekt?

Nutzer- und bedarfsorientiert: Die Wohnungstypologie ist vielfältig angelegt, wobei ein ausgeprägtes Smart-Wohnungskonzept ausgearbeitet wurde. Die sich neigenden Hoffassaden bewirken eine graduelle Stufung der Wohnungsgrößen und Zuschnitte, sodass trotz der Kompaktheit der Geometrie einem gewissen Spiel der Flächen und Anordnungen Vorschub geleistet wird. Die Möglichkeiten sind in einem größeren Maßstab ausgearbeitet. Die Wohnungen weisen damit in ihrer Vielfalt ein breites Angebot für unterschiedliche Nutzergruppen auf. Auch innerhalb der jeweiligen Typen sind Varianten für diverse Funktionsanordnungen ausgewiesen. Es werden auch im Sinne des generationenübergreifenden Zusammenlebens z. B. Wohngemeinschaften für alleinstehende bzw. ältere Personen angeboten, die sich dadurch auszeichnen, dass individuelle Einzelzimmer mit Wohn-/Schlaf- und Sanitärbereich ausgebildet sind und an einen Gemeinschaftsteil von Eingangszone/Kochen/Essen angeschlossen wurden.

Wohnen in Gemeinschaft: An markanten Punkten im Netzwerk der Erschließung gib es soziale Kristallisationspunkte als Orte der Begegnung. Wesentlicher Aspekt dieses gemeinschaftlichen Miteinanders liegt – im Gegensatz zur individuellen Südausrichtung von Wohnungen – in der gemeinschaftlichen Nutzung der Südausrichtung der Objekte. Diese standortspezifische Besonderheit macht quasi aus der Not eine Tugend und generiert aus der scheinbaren Defizienz des Bauplatzes einen unerwarteten sozialen Faktor.

 

Architekt: Pichler & Traupmann Architekten ZT GmbH, Weyrgasse 6/4, 1030 Wien, www.pxt.at

Projekt: Wohnbau Mühlgrundgasse

Vertriebspartner: Bauwelt Koch Baustoffgroßhandel Michael Koch Ges.m.b.H., Bauweltstraße 7, 7210 Mattersburg, www.bauweltkoch.at

Fotograf: Toni Rappersberger

 

 

Haus des Monats Februar 2022 - CATHARINA FINEDER ARCHITEKTUR

Haus des Monats Februar 2022 - CATHARINA FINEDER ARCHITEKTUR

Wie würden Sie ihr Projekt beschreiben?

Direkt im Ortskern befindet sich das große Bestandsgebäude in locker bebautem Gebiet mit Blick auf Wiesen und ins Rheintal. Der in seiner Kubatur unveränderte Baukörper wurde zum Mehrgenerationenhaus für 3 Parteien umfunktioniert (Nachverdichtung). Aus dem großen Gebäude, welches die Großeltern des Bauherrn 1935 erbaut haben, entstand ein Gebäude mit 3 Wohneinheiten. Es mussten die Zugänge und die Erschließung neu strukturiert werden. Der massive südwestliche Gebäudeteil mit Unterkellerung blieb weitgehend unverändert und war auch während der Bauzeit bewohnt. Aufgrund des alten, markanten gelben Putzes an der Außenseite und einer ausreichend bestehenden Innendämmung wurde hier auch die Fassade nicht angegriffen, das alte Bild blieb erhalten. Der alte nordöstlich gelegene, direkt ans Hauptgebäude angegliederte Stadel wurde schon einmal in den 70ern teilweise ausgebaut und damals mit einer Eternitfassade versehen. Dieser Stadel erhielt jetzt eine neue Hülle, wurde voll ausgebaut und umstrukturiert. Wichtig war es dem Bauherrn den großzügigen Dachbodenraum mit den alten Balken nutzen zu können und dabei das alte Flair zu behalten. Weiters sollte mehr Licht in die Räume kommen, ohne die bestehende Fassade des Hauptgebäudes zu verändern. Ein Carport wurde hinzugefügt, damit überdacht geparkt werden kann und Räder abgestellt werden können. Die Zufahrt erfolgt wie bestehend. Die neu eingeteilte Wohnung erhielt einen eigenen Eingangsbereich im Nordwesten mit einer neuen Treppe, welche direkt ins Dachgeschoss führt. Das unterste Geschoss im ehemaligen Stadel dient nun als Lager, Zugang und Werkstatt. Das Halbgeschoss darüber wurde neu strukturiert. Hier finden sich nun ein Schlafzimmer, Bad und ein Büro für die Elterngeneration. Das obere Geschoss des Stadels, sowie der gesamte Dachraum mit Giebelzimmer, sind der Wohnung der jungen Generation zugeordnet. Markant ist der offene und riesige Dachraum von 75 m² mit den alten Balken, welcher als offener Wohn- Koch- und Essbereich dient. Dem möglichst ursprünglich belassenen, offenen Dachraum wurden zwecks Belichtung Dachfenster hinzugefügt. Im Kreuzgiebel befindet sich die neue Küche. Ein neues Küchenfenster in der Giebelwand wurde hier hinzugefügt und ist dem Bestand angeglichen. Halbgeschosse, welche dem Dachraum nordwestlich zugeordnet sind, beinhalten Schlafzimmer und Bad. Die transparente, vom Schlosser liebevoll gestaltete Treppe in Schwarzstahl gibt den Blick zwischen den verschiedenen Ebenen frei und bietet oben eine kleine Galerie. Unter dem steilen Dach liegt auch das neue, später trennbare Giebelzimmer (Mädchenzimmer) mit neuer Giebelverglasung. Im Dachraum prägt die Oberfläche und Farbe der bestehenden Dachkonstruktion mit bestehender Dachschalung den Raum. Der dunkelgraue, unregelmäßige Farbton des Sichtestrichs passt gut dazu und ist im offenen Dachraum, sowie im Vorraum zu finden. Die Zimmer in den Halbgeschossen erhielten einen Holzboden (Eichendielen). Farbtupfer sind in Form der Küchenfarbe (teilweise orange), den bunten Stühlen sowie farbigen Teppichen eingebracht. Die ockergelbfarben verputzten Fassaden des Gebäudeteils von 1935 bleiben unverändert. Die Stadel-Fassaden erhielten zusätzliche Dämmung und wurden mit einer braun lasierten Holzschalung neu verkleidet (bestehende Eternitschindeln wurden abgetragen). Neue Fensteröffnungen in Holz-Alu wurden außen ebenfalls in braun vorgesehen. Innen sind die Fenster aus Fichte. Das Dach bleibt wie im Bestand mit Ziegel verkleidet.

Welche charakteristischen Merkmale zeichnen die Architektur dieses Projektes aus?

Der alte Dachraum mit seinem unvergleichlichen Charme kann durch den neuen Grundriss und die Belichtung der neuen Fenster als großzügiges Wohnloft verwendet werden.

Welchen Stellenwert haben Fenster bei der Gestaltung eines Hauses?

Die braunen Aluschalen harmonieren außen perfekt mit dem Braunton der neuen Fassade, sowie dem gelben 100 Jahre alten Außenputz. Die Öffnungen passen zum Charakter des Bestandsgebäudes. Innen passt der Naturton Fichte der Fenster zum Holz des Bestands und zum Sichtestrich. Eine Besonderheit stellt das neue Giebelfenster im Mädchenzimmer dar.

Welche nachhaltigen Aspekte bzw. Vorbildfunktionen für zukunftsweisendes Bauen bietet dieses Projekt?

Die Dämmung des Gebäudeteils aus 1977 reduziert den Heizwärmebedarf von 87 kWh/m² auf 43 kWh/m². Neue Holz-/Alufenster werden mit einer 3-Scheibenverglasung ausgeführt. Die Beheizung erfolgt mittels neu errichteter Luftwärmepumpe (alter und sanierter Gebäudeteil werden nun damit beheizt). Die bestehende Stückholzheizung im Keller sollte bei Spitzen zu heizen. Eine Beschattung der neuen Fensteröffnungen, sowie der Dachfenster erfolgt über außen angebrachte Rollos bzw. Raffstore.

 

Architekt: Catharina Fineder Architektur, Weinberggasse 25d, 6800 Feldkirch, www.catharinafineder.com

Projekt: Umbau Mehrfamilienhaus S

Vertriebspartner: STUCHLY GMBH + CO. KG, Walgaustraße 64, 6712 Thüringen, www.stuchly.at

Fotograf: Petra Rainer

Haus des Monats Jänner 2022 - TWO IN A BOX-ARCHITEKTEN ZT GMBH

Haus des Monats Jänner 2022 - TWO IN A BOX-ARCHITEKTEN ZT GMBH

 

Wie würden Sie ihr Projekt beschreiben?

Die vorgegebene Split-Level Situation wird für den Neubau übernommen und mit zwei höhenversetzten Baukörpern akzentuiert. In den beiden oberen Ebenen des Zubaus werden die benötigten Gruppenräume mit dem Bewegungsraum eingeplant. Die bestehende Treppenanlage wird mit einem Lift für die barrierefreie Erschließung ergänzt und rückt somit in die Mitte des Kindergartens. Lufträume umspielen diese zentrale Erschließung und öffnen sich großzügig zu den neuen Gruppenraumvorbereichen. Für eine Erweiterung des bestehenden Standortes ist eine Verlegung des Trafos unumgänglich und bietet die Möglichkeit einer großzügigen Gestaltung im Eingangsbereich. Im Erdgeschoß erreicht man geschützt unter dem weit ausladenden neuen Gruppenraum den Haupteingang. Von einer neuen Eingangshalle als Bindeglied zum Bestand ist zur Linken der neue großzügig verglaste Essbereich mit Teeküche angeordnet. Eine Glastrennwand öffnet den Raum zu einem großzügigen Aulabereich. Der neue Essraum kann im Sommer zum gedeckten Vorplatz geöffnet werden, und bindet so den neu geschaffenen Außenraum mit ein.

Welche charakteristischen Merkmale zeichnen die Architektur dieses Projektes aus?

Die großen Fensterflächen der Gruppenräume mit den niedrigen kindergerechten Parapethöhen lenken das Tageslicht weit in die Aufenthaltsräume der neuen Kindergartengruppen. Jeweils einer der Drehkippflügel wurden mit regen- und einbruchsicheren Lüftungsgittern für eine kontrollierte Nachtlüftung ausgestattet. Gemeinsam mit einem außenliegenden Sonnenschutz schaffen diese Lüftungsflügel die notwendige Absenkung der Innenraumtemperaturen in den Sommermonaten und vermeiden somit die sommerliche Überhitzung der Räume. Großzügige Fensterflächen im EG erweitern den Essraum zum umliegenden Gartenbereich und holen die Tages- und Jahreszeiten in den Erdgeschoßbereich des Neubaubereiches.

Welchen Stellenwert haben Fenster bei der Gestaltung eines Hauses?

Die großen Fensterflächen der Gruppen- und Bewegungsräume sind fassadengestaltend in den Holzfassaden positioniert. Der Neubaubereich schwebt förmlich über der erdgeschossigen Verglasung des Eingangs bzw. Essbereiches.

Welche nachhaltigen Aspekte bzw. Vorbildfunktionen für zukunftsweisendes Bauen bietet dieses Projekt?

Aufgrund der Holzbauweise mit Massivholzwänden und Deckenelementen mit Sichtholzflächen im Innenbereich und der Außenfassade aus Weißtanne konnte eine optimale Nachhaltige Bauweise gewählt werden. Abgerundet wird der optische und nachhaltige Aspekt durch den Einsatz von Holzfenstern mit Alu- Deckschale die gestalterisch optimal die Sichtholzflächen der Holzsäulen ergänzen. Ein Vergleich der Energiekennzahlen liegt leider nicht vor, da der Altbestand in diesem Fall noch keiner Sanierung unterzogen wurde. Der Neubaubereich ist durch die hohen Dämmstärken in den Riegelwänden und am Flachdach aber als besonders Energieeffizient einzustufen. Einen wichtigen Faktor für die Nachhaltigkeit bildet der Umstand, dass durch die Zubau- und Aufstockungsvariante ein weiterer Flächenverbrauch für einen Kindergartenneubau vermieden werden konnte. Diesem Faktor kommt besonders in der jetzigen Zeit eine immer höhere Bedeutung zu. Vorhandene Strukturen nutzen, umbauen, erweitern und nicht immer sofort auf der grünen Wiese neu zu bauen.

 

Architekt: TWO IN A BOX-ARCHITEKTEN ZT GMBH, Hostauerstraße 33a, 4100 Ottensheim, www.twoinabox.at


Projekt: Kindergarten Sarleinsbach

Vertriebspartner: Door Plus GmbH, Mahring 35, 4113 St. Martin, www.doorplus.at


Fotograf: Simon Bauer