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Haus des Monats 2018

Im Gespräch mit den Architekten von waax Architekten ZT GmbH

Internorm: Welche charakteristischen Merkmale zeichnen die Architektur des Projektes aus?

WAAX Architekten: Dem Konzept liegt die Neuinterpretation und Transformation des bestehenden, markanten und für die Gegend typischen Satteldaches zu Grunde. Der neue Baukörper wird abgerückt, dem Wunsch der Familie nach mehr Sonne entsprechend – Richtung Süden gedreht und mittels Verbindungsbaues wieder mit dem Altbestand verknüpft.  Der gedrehte Zubau wurde noch um eine Garage bis zur Grundstückgrenze erweitert. Zwischen Altbau, Nebengebäude und Zubau entstand so, ein kleiner, privater Innenhof.  Das Haus schließt hermetisch zur Straße hin ab und öffnet sich komplett zum Privatgarten. Sobald man das Gebäude betritt, kann der Blick ungehindert durch den Raum in den Garten schweifen. Um Alt- und Neubau zu verbinden, war die Entflechtung und Neuorganisation der Funktionen und inneren Abläufe nötig. Die wesentliche Idee war die Aufteilung in eine „Morgen-Zone“ (Schlafen-Ankleide-Badezimmer) im Altbau und einer „Tag-Zone“ (Kochen-Essen-Wohnen) im Neubau. Um eine barrierefreie Verbindung zu schaffen, musste auch der Neubau herausgehoben werden. 

Internorm: Welche ökologischen und nachhaltigen Aspekte bzw. Vorbildfunktionen für zukunftsweisendes Bauen bietet dieses Projekt?

WAAX Architekten: Die Entscheidung der Familie kein neues Haus auf der „grünen Wiese“ zu errichten, sondern mutig den technisch schwereren und finanziell risikoreicheren Weg, der suburbanen Nachverdichtung zu gehen, führte zu einem herausfordernden und spannendem Prozess an dessen Ende ein Ergebnis steht, dass auch der - alle Lebensbereich umfassenden - Wegwerfgesellschaft ein Stück weit entgegen tritt. Das Haus könnte dahingehend ein Vorbild für zukünftiges Bauen sein, welches die Menschen in so großen Einfamilienhaus-Agglomerationen wie Oedt dazu animiert, die „traditionellen“ Bauweisen zu hinterfragen, sie zu interpretieren oder auf spannende Art neu anzuwenden. Damit beispielsweise ein modernes Holzhaus nicht als ein „Alien“ in diesen Siedlungen empfunden wird.

Internorm: Wie hat bzw. wie kann Internorm Sie bei der Umsetzung von Projekten unterstützen(Beratung, Dienstleistung, Produkt, …)?

WAAX Architekten: Sehr wichtig für den Bauherren war der Besuch im Schauraum und die fundierte Beratung durch die Fa. Miller-Bau. Auch hat der Internom-Partner Betrieb die architektonischen Anforderungen (z.b. Nur-Glas Eck) voll mit getragen und sich den technischen Herausforderung gestellt.   

Internorm: Welchen Stellenwert haben Fenster bei der Gestaltung eines Hauses?

WAAX Architekten: Natürlich einen sehr Hohen. Der im Erdgeschoss gartenseitig komplett verglaste Neubau, lässt das Tageslicht tief ins Innere einfallen und im Gegenzug die Blicke – auch durch das ‚Nur-Glas Eck‘ - ungehindert in den Garten wandern. Straßenseitig hingegen wird die Holzlattung der Fassade über die Fenster hinweg gezogen. Untertags treten sie damit nicht in Erscheinung, jedoch lassen sie bei tiefstehender Sonne im Westen die Fassade regelrecht leuchten. Die neuen Fenster im Altbau lassen gezielte Einblicke in den Innenhof zu.

Internorm: Was sind Ihre Anforderungen an Produkte wie z.B. Fenster und Türen?

WAAX Architekten: Für uns ist es wichtig, dass - bei verständlicher Standardisierung von Produkten - auch eine gewisse Flexibilität gegeben ist und so Platz für innovative und ästhetische Weiterentwicklung bleibt.

Internorm: Welches ist für Sie das innovativste Bauwerk Österreichs und wodurch zeichnet es sich aus?

WAAX Architekten: Das könnte vielleicht immer noch das Projekt 2226 von Baumschlager- Eberle Architekten in Lustenau sein. Ein universeller Prototyp der auf jegliche Anlagen für Heizung, Lüftung und Kühlung verzichtete.  Beeindruckend. 

Internorm: In welche Richtung, denken Sie, wird sich die Architektur in Zukunft entwickeln?

WAAX Architekten: Die Herausforderungen werden auch in Zukunft sicher nicht kleiner. Architektur ist eine integrative Disziplin, deren Aufgabe es ist, sowohl auf soziale und kulturelle als auch auf ökologische und ökonomische Fragen Lösungsansätze zu finden. Steigenden Bevölkerungszahlen, steigender Flächenverbrauch, zunehmende Individualisierung, der Verlust sozialer Kompetenzen des Individuums (z.B. Generationen übergreifende Planung) stellen Herausforderung dar. Daneben müssen Lösungen für zukünftige  Mobilitätskonzepte und Antworten auf den Klimawandel (z.B. sommerliche Überhitzung in der Stadt)usw. gefunden werden. Für diesen Berg an Problemen wird es in Zukunft maßgeschneiderte, individuelle Lösungen geben müssen. Die Digitalisierung des Planungsprozesses – Stichwort BIM (Building Information Modeling) -  wird dabei helfen können, einem gewissen Grad an erwartbaren Parametern über allseits verfügbare digitale Daten (zb. Demographie, Klimadaten…) integrieren bzw. vernetzen zu können. Individualisierbare Bauprodukten und 3D modellierbare Formen erhöhen den architektonischen Freiheitsgrad und intelligente Fassaden und ökologische Energiekonzept  sollen die Nachhaltigkeit unseres Handels sicherstellen.

 „Je mehr ich die Welt bereise, desto mehr kehre ich zur Ursprünglichkeit der Dinge zurück“, sagt Aldo Rossi. Vielleicht wird auch die Architektur der Zukunft ‚Post-Digital‘ zur Ursprünglichkeit zurückfinden? Who knows.

 Architekt: waax Architekten ZT GmbH, DI Simon Wakolbinger & DI Gregor Wakolbinger, Stifterstraße 22, 4020 Linz, www.waax.at

Projekt: Neu- und Zubau Wohnhaus

Vertriebspartner: Miller Bauelemente GmbH, Weißkirchnerstr. 5, 4614 Marchtrenk, www.miller-bau.at

Fotograf: Internorm

Haus des Monats August 2018 - KRAFT:WERK Architektur GmbH

Haus des Monats August 2018 - KRAFT:WERK Architektur GmbH

Im Gespräch mit Architekt DI Matthias FRITZ, KRAFT:WERK Architektur GmbH

Internorm: Welche charakteristischen Merkmale zeichnen die Architektur des Projektes aus?

DI Matthias Fritz: Das Gebäude zeichnet sich durch seine fließende Formensprache und Transparenz aus. Die Geschosse, versetzt und verdreht zueinander bilden Vor- und Rücksprünge, sowie individuelle Einschnitte in der Fassade. Die glatten Putzoberflächen in Kombination mit Holz und Sichtbeton unterstreichen die klare Formensprache des Baukörpers, sowohl außen als auch innen. Die Idee war es eine offene und lichtdurchflutete Architektur zu schaffen.

 

Internorm: Welche ökologischen und nachhaltigen Aspekte bzw. Vorbildfunktionen für zukunftsweisendes Bauen bietet dieses Projekt?

DI Matthias Fritz: Bei der Wahl der Materialien wurde vor allem auf regionale Baustoffe geachtet, heimische Unternehmen und kurze Transportwege wurden angestrebt. Begrünte Dächer, ein nachhaltiges Entwässerungssystem und der Einsatz effizienter Anlagentechnik unterstützen einen geringen Energieverbrauch des Hauses, die versiegelten Flächen wurden so gering wie möglich gehalten.

 

Internorm: Welchen Stellenwert haben Fenster bei der Gestaltung eines Hauses?

DI Matthias Fritz: Öffnungen in der Fassade prägen die Charakteristik eines Hauses nicht nur im äußeren Erscheinungsbild, sondern haben die Aufgabe die umgebende Landschaft zu rahmen und besondere Ein- und Ausblicke zu ermöglichen. Großflächige Verglasungen und rahmenlose Systeme ermöglichen dabei einen fließenden Übergang von Innen- und Außenraum.

 

Internorm: In welche Richtung, denken Sie, wird sich die Architektur in Zukunft entwickeln?

DI Matthias Fritz: Die Architektur, sowohl im ländlichen als auch städtischen Umfeld, sollte sich in Zukunft zunehmend in Richtung Wandelbarkeit und Anpassungsfähigkeit im Sinne flexibler Nutzungsflächen entwickeln und den verantwortungsvollen Umgang mit den begrenzten Ressourcen, sowie die lokalen Gegebenheiten berücksichtigen.

 

Architekt: KRAFT:WERK ARCHITEKTUR GMBH, DI Matthias FRITZ, Müllerstraße 10, 6020 Innsbruck, www.kraftwerkarchitektur.com

Projekt: Einfamilienhaus Neubau

Vertriebspartner: Fenstervisionen HandelsGmbH, Staudach 27, A-6422 Stams, www.fenstervisionen.at

Fotograf: Bernhard Hörtnagl

Haus des Monats Juli 2018 - STUDIO WG3 ZT KG

Haus des Monats Juli 2018 - STUDIO WG3 ZT KG

Im Gespräch mit Architekt DI Matthias Gumhalter, STUDIO WG3 ZT KG, Graz

Internorm: Welche charakteristischen Merkmale zeichnen die Architektur des Projektes aus?

Arch. DI Gumhalter: Das bestehende Hotel wurde um einen neuen Trakt mit 14 Premiumzimmern mit angegliederten Wellnessbereich erweitert. Der Zubau ist im nördlichen Teil des Grundstückes so positioniert, dass in den oberen Geschossen ausreichend Abstand zum bestehenden Hotel eingehalten wird. Die Erdgeschosszone hingegen funktioniert als räumliches Bindeglied zwischen den einzelnen Gebäuden. Die perforierte Struktur bildet Innenhöfe, welche eine natürliche Belichtung ermöglichen und so den Nordteil des Gebäudes aufwerten.

Internorm: Welche ökologischen und nachhaltigen Aspekte bzw. Vorbildfunktionen für zukunftsweisendes Bauen bietet dieses Projekt?

Arch. DI Gumhalter: Die Geometrie des Gebäudes wurde so entwickelt, dass diese auf die Lichtverhältnisse vor Ort reagiert und sich an den bestehenden Teil des Hotels anschmiegt. Durch das Abrücken des Baukörpers wurde es möglich, die Fassade in Richtung Süden auszurichten. Die vorgesetzten Loggien in Richtung Süden bieten ausreichende Beschattung im Sommer und genügend Licht und solaren Eintrag im Winter. Ein richtiges reagieren auf örtliche Parameter wird auch in Zukunft eine große Rolle spielen.

Internorm: Gibt es so etwas wie eine übergeordnete Idee zu diesem Projekt?

Arch. DI Gumhalter: Das Hotel wurde aus dem städtebaulichen Kontext entwickelt. Die schon erwähnte Erdgeschosszone als Bindeglied bietet den Gebäuden darüber genügend Flexibilität. So konnte auf Abstände und auf Lichtsituationen reagiert werden. Die Erdgeschosszone funktioniert wie ein Masterplan in dieser doch sehr komplexen Hotelstruktur.

Internorm: In welche Richtung, denken Sie, wird sich die Architektur in Zukunft entwickeln?

Arch. DI Gumhalter: Ein wichtiger Punkt wird sicher ein schonender Umgang mit Ressourcen sein. Dazu müssen die Materialien nicht nur nach deren Leistung in Bezug auf z.B. Wärmeleitfähigkeit beurteilt, sondern auch aus welchem Rohmaterial die Produkte hergestellt werden. Das wird sicher über Bewertungssysteme passieren, die hoffentlich genauer funktionieren als ein Energieausweis. Überlegungen in Richtung Nutzung von Ressourcen und Rohstoffen verändert und wird die Architektur verändern.

 

Architekt: Arch DI Matthias Gumhalter, STUDIO WG3 ZT KG, Griesgasse 18, 8020 Graz, www.wg3.at

Kooperation: Planungen Dandler, St. Veiter Strasse 15, 5621 St. Veit im Pongau

Projekt: Nesslerhof Großarl

Vertriebspartner: Michael Kaml GmbH, Lammertalstrasse 11, 5522 St.Martin a. Tgb., www.michael-kaml.at

Fotograf: Helden Theater, Josefigasse 1, 8020 Graz

Haus des Monats Juni 2018 - ARCHITEKT DIPL. ING. CHRISTIAN MEIER

Haus des Monats Juni 2018 - ARCHITEKT DIPL. ING. CHRISTIAN MEIER

Im Gespräch mit Architekt DI Christian Meier, Graz

Internorm: Welche charakteristischen Merkmale zeichnen die Architektur des Projektes aus?

Architekt DI Christian Meier: Das Grundprinzip war die Privatsphäre für jede Wohnung, ohne dass sich die Eigentümer gegenseitig beobachten. Jeder Bewohner soll seinen Freiraum haben. Durch die Orientierung der Wohnung und die Ausrichtung der Balkone konnten für alle Personen private Rückzugsorte geschaffen werden. Das Stadtzentrum Gleisdorfs ist in wenigen Gehminuten problemlos zu erreichen, außerdem war ein hoher Standard Voraussetzung für die Durchführung des Projektes.

Internorm: Welche ökologischen und nachhaltigen Aspekte bzw. Vorbildfunktionen für zukunftsweisendes Bauen bietet dieses Projekt?

Architekt DI Christian Meier: Die Bewohner können sämtliche Nahversorger, Ärzte, Schulen per Fußweg erreichen. Wir erzielen hierbei hohe Nachhaltigkeit durch geringen Energieverbrauch und es wurden hohe technische Werte erreicht. Die Wohnanlage erfüllt zudem auch einen Niedrigenergie-Standard. Barrierefreies Bauen in Zentrumsnähe wurde ebenfalls ermöglicht und eine Fernwärmeheizung sowie Warmwasserversorgung mit Hilfe von Solarenergie wurden eingebaut.

Internorm: Wie hat Internorm Sie bei der Umsetzung des Projektes unterstützt?

Architekt DI Christian Meier: Dank der Zusammenarbeit mit Gerhard Matzer wurden technische Herausforderungen vorab geklärt und dementsprechend in die Planung eingefügt. Bei dem Projekt handelte es sich um einen Wettbewerb eines privaten Bauträgers für eine anspruchsvolle Klientel. Die Internormprodukte wurden dementsprechend eingeplant und das Ergebnis des Wettbewerbes bestmöglich umgesetzt, da auch die Eigentümer der 15 Wohneinheiten in die Planung integriert waren. Keine Wohnung gleicht der anderen, somit waren hier individuelle Lösungen gefordert.

Internorm: Gibt es so etwas wie eine übergeordnete Idee zu diesem Projekt?

Architekt DI Christian Meier: Hauptaugenmerk war die Privatsphäre der Bewohner und die individuelle Planung sowie Freiraumbezug zu Garten, Terrasse und Balkon. Das „verschmelzen“ von Innen- und Außenbereich durch ausgedehnte Fensterfronten sollte in jeder Wohneinheit gewährleistet sein.

Internorm: Was war im Zusammenhang mit diesem Projekt die größte Überraschung für Sie?

Architekt DI Christian Meier: Trotz der unterschiedlichen Lebenssituationen und -wege (Pension, Geschäftsführer großer Firmen, Künstler) der Bewohner und der Kombination aus Eigennutzern und Vermietungen hat sich aufgrund der individuellen Planung eine „Gemeinschaft“ gebildet. Verschiedenste Personen wurden „unter Dach und Fach gebracht“.

Internorm: In welche Richtung, denken Sie, wird sich die Architektur in Zukunft entwickeln?

Architekt DI Christian Meier: Man bemerkt einen Trend zu Umnutzungen, Sanierungen, Um- und Zubauten – im Stadtbereich aber auch am Land. Der Baugrund wird rar, daher ist Verdichtung und Hochbau die passende Alternative zum Neubau. Wohnen und arbeiten unter einem Dach wird zukünftig noch eine größere Rolle spielen, realistisch gesehen wird das Einfamilienhaus leider in Zukunft finanziell schwer zu realisieren sein.

 

Architekt: ARCHITEKT DIPL. ING. CHRISTIAN MEIER, R.-H.- Bartschstraße 19, 8042 Graz, www.architekt-maier.at

Projekt: Erzherzog Johann Gasse 9a – Stadtvillen Gleisdorf

Vertriebspartner: Fenstertechnik Saurer Handels- u. Montage GmbH, Kärntner Straße 201, 8053 Graz, www.fenstertechnik.at

Fotografin: DI Marie Öttl

Haus des Monats Mai 2018 - ARCH+MORE ZT GmbH

Haus des Monats Mai 2018 - ARCH+MORE ZT GmbH

Im Gespräch mit Architekt DI Gerhard Kopeinig, ARCH+MORE ZT GmbH

 

Internorm: Welche charakteristischen Merkmale zeichnen die Architektur des Projektes aus?

Arch. DI Kopeinig: Die Eingliederung in die Umgebung durch die Verwendung von natürlichen Materialien und durch eine offene ehrliche Konstruktion. Durch die Entfernung des Dachgeschoßes wurde der alte Dachstuhl mit seiner Qualität freigelegt. Im Firstbereich wurde die Gibelmauer abgebrochen und durch eine „Dreiecksverglasung“ ersetzt. Dadurch konnte das Dach freigespielt werden und die natürliche Belichtung des Innenraumes enorm verbessert werden.

Internorm: Welche ökologischen und nachhaltigen Aspekte bzw. Vorbildfunktionen für zukunftsweisendes Bauen bietet dieses Projekt?

Arch. DI Kopeinig: Durch die Sanierung mit natürlichen Materialen und mit lokalen Handwerkern wurde eine vorzeigbare Nachhaltigkeit erreicht. Es sollte zeigen was aus einem alten Einfamilienhaus gemacht werden kann, wenn professionell und bedacht gearbeitet wird. Ziel war es dieses aufzuzeigen und in der Umgebung wieder ein Bewusstsein für „nicht alles Alte ist schlecht“ zu erreichen. Durch die umfassende Sanierung konnte der Heizwärmebedarf (Wärmepumpe mit Tiefenbohrung und Einzellüftung mit Wärmerückgewinnung) von 215,8 kWh/m2 auf 51,6 kWh/m2 minimiert werden.

Internorm: Wie hat Internorm Sie bei der Umsetzung von Projekten unterstützt?

Arch. DI Kopeinig: Laufende Beratung bzw. Betreuung durch die Industrie und den lokalen Internorm Vertriebspartner ist gelebte Praxis. Anfragen werden immer je nach Bauvorhaben spezifisch beantwortet und die passenden Internorm Produkte empfohlen. Durch unsere langjährige Zusammenarbeit mit Internorm haben sich die Internorm Systeme bestens in unseren Arbeitsalltag integriert und begleiten uns bei vielen unserer Projekte.

Internorm: Gibt es so etwas wie eine übergeordnete Idee zu diesem Projekt?

Arch. DI Kopeinig: Die Frage; „Was machen wir zukünftig mit unseren Einfamilienhäusern die im ländlichen Bereich leer stehen“ soll durch dieses Projekt beantwortet werden. Leistbares Wohnen aus bestehenden Bestand schaffen, und örtliche Begebenheiten mit ein zu beziehen. Die Wandlung vom Einfamilienhaus in MehrbewohnerInnenwohnungen stand im Vordergrund.

Internorm: Was war im Zusammenhang mit diesem Projekt die größte Überraschung für Sie?

Arch. DI Kopeinig: Wie gut es am Ende angenommen wurde. Wir hatten 30 Bewerber pro Wohnung. Hier sieht man ganz deutlich dass unser Gedanke der richtige war und wo die Reise hingehen muss.

Internorm: In welche Richtung, denken Sie, wird sich die Architektur in Zukunft entwickeln?

Arch. DI Kopeinig: In eine umfassend gedachte Sanierung. Nicht nur Großprojekte sondern in kleine feine Wohnanlagen, ja fast schon Wohnanlagen mit WG-Charakter. Eine Umstrukturierung in leistbares aber gutes Wohnen muss gegeben sein.

Internorm: Wir danken für das nette Gespräch!

 

Architekt: ARCH+MORE ZT GmbH, Arch. DI Gerhard Kopeinig, Dr. Karl-Renner-Weg 14, 9220 Velden am Wörthersee, www.archmore.cc

Projekt: Haus Sternberg, Produkt: HF310

Vertriebspartner: Müller Fenstertechnik GmbH, Sattnitzgasse 59, 9020 Klagenfurt, www.muellerfenstertechnik.at

Fotograf: Walter Luttenberger, Arch+More ZT GmbH

 

Haus des Monats April 2018 - Goos Architekten

Haus des Monats April 2018 - Goos Architekten

Im Gespräch mit Architekt Dipl.-Ing. Stephan Goos, Wien

 

 

Internorm: Welche charakteristischen Merkmale zeichnen die Architektur des Projektes aus?

Architekt Dipl.-Ing. Goos: Der moderne neue Baukörper, der farblich kontrastierend auf dem Bestand aufbaut, übernimmt dessen Fensterachsen und Proportionen, differenziert sich jedoch durch Material und Öffnungsgrößen. Die Ablesbarkeit und Homogenität des gesamten Aufbaus standen zudem durch die Verwendung einer von der Fassade auf das Dach durchgehenden Materialität sowie stark reduzierter Detailausbildungen, im Vordergrund. Ziel war es, mit Hilfe der französischen Fenster nicht nur eine verbesserte Belichtung zu erzielen, sondern einen stärkeren Bezug zwischen innen und außen herzustellen, sowie durch eine Vertiefung der Leibungen und die Möglichkeit der Aufstellung von Pflanzentrögen einen privaten Grünraum zur Strasse zu schaffen.

Internorm: Welche ökologischen und nachhaltigen Aspekte bzw. Vorbildfunktionen für zukunftsweisendes Bauen bietet dieses Projekt?

Architekt Dipl.-Ing. Goos: Im Sinne einer notwendigen Nachverdichtung im innerstädtischen Raum mussten für die Aufstockung strenge Auflagen sowohl der OIB wie auch der Wiener Bauordnung erfüllt werden, was zu einer Ausführung des gesamten Aufbaus in Leichtbauweise führte. Die Vorgaben, insbesondere für das 3.OG waren Grundlage für die Verwendung von Trapezblechdecken und Spezialleichtbauprofilen für die Fassaden als Sonderlösung, die teilweise nur mit Einzelnachweisen umgesetzt werden konnten. Die Möglichkeit der Begrünung der strassenseitig tiefen Leibungsbereiche ist nicht nur ein Mehrwert für die Bewohner, sondern auch eine Aufwertung des sonst eher kargen Strassenbildes, sowie eine Bereicherung für die Umgebung. (HWB: 31,05 kWh/m2a, fGEE: 1,08)

Internorm: Wie hat bzw. wie konnte Internorm Sie bei der Umsetzung von Projekten unterstützen?

Architekt Dipl.-Ing. Goos: Internorm hat eine große Produktpallette mit verschiedensten Lösungsmöglichkeiten. Durch die Beratung des Architektenberaters Markus Riel und der Zusammenarbeit mit der Firma Lenhardt konnte das richtige Produkt Holzalufenster HV350 rasch gefunden werden. Es erfüllte alle Anforderungen, schlankes System bzw. Design, der integrierte Sonnenschutz ist bei jedem Wind und Wetter geschützt und muss kaum gewartet werden.

Internorm: Welchen Stellenwert haben Fenster bei der Gestaltung dieses Hauses?

Architekt Dipl.-Ing. Goos: Die Fensterachsen des Bestandes wurden übernommen, jedoch der Gesamteindruck in der Detailausbildung durch die nahezu raumhohen Elemente ohne Parapete neu interpretiert. Aufgrund der aussen von der Leibung fast zur gänze verdeckten Fensterprofile entsteht ein grosszügiger Eindruck, ähnlich einer rahmenlosen verglasten Öffnung. Der integrierte Sonnenschutz ermöglicht zudem eine schlichtere Optik im Leibungsbereich und führt zu einem ruhigeren Gesamtbild.

Internorm: Welches ist für euch das innovativste Bauwerk Österreichs und wodurch zeichnet es sich aus?

Architekt Dipl.-Ing. Goos: Ein Projekt das in Bezug auf Innovationen sicherlich viel Beachtung bekommt ist das „HoHo“ von RLP Architekten in der Seestadt Aspern. Obwohl in der Umsetzung letztendlich eine Hybridbauweise gewählt wurde, zeigt das Projekt die Weiterführung der ersten richtigen Schritte, die auch mit dem LCT One von Hermann Kaufmann gesetzt wurden. Die immer wichtiger werdende Nachhaltigkeit und der ökologische Fingerabdruck zeigen, dass der Holzbau auch für grössere Projekte ein Faktor mit wachsender Bedeutung bleiben wird.

Internorm: In welche Richtung, denkt sie, wird sich die Architektur in Zukunft entwickeln?

Architekt Dipl.-Ing. Goos: Im Gegensatz zur Bauweise, die unter anderem wegen der Nachhaltigkeit und Kostenoptimierung immer öfter zur Systemlösung tendiert, wird bei den Themen Oberfläche und Form die Individualität wichtiger. Durch neue Methoden in der Fertigung bietet die Industrie neue Lösungsmöglichkeiten auf die verschiedenen Entwurfsansätze einzugehen. Letztendlich tragen diese Entwicklungen damit auch dazu bei, die gestalterische Vielfalt trotz steigerndem Kostendruck zu vergrössern.

Internorm: Wir danken für das nette Gespräch!

 

Architekt: Goos Architekten, Architekt Dipl.-Ing. Stephan Goos, Kaiserstrasse 67-69, 1070 Wien, www.goos.at

Projekt: Dachgeschoßausbau Hackengasse 21, 1150 Wien

Vertriebspartner: Anton Lenhardt Fenster-Türen GmbH, Wiedner Hauptstraße 119, 1050 Wien, www.fenster-lenhardt-wien.at

Fotografin Haus: Nadine Tschinke, ©tschinkersten fotografie 2017

Haus des Monats März 2018 - Martin Rührnschopf architecture

Haus des Monats März 2018 - Martin Rührnschopf architecture

Im Gespräch mit Architekt Martin Rührnschopf, 1130 Wien

 

Internorm: Welche charakteristischen Merkmale zeichnen die Architektur des Projektes aus?

Architekt Rührnschopf: Das bestehende Holzhaus wird in seiner Qualität, Kraft und Ruhe respektiert und bewusst in den Entwurf eingebunden. Bestandsgebäude und Zubau bilden ein gemeinsames Ensemble, in dem Alt und Neu gleichermaßen nebeneinander bestehen dürfen, ohne in Konkurrenz zu treten.

Im Zubau entsteht ein heller, großzügiger und zeitgemäßer Wohnbereich, der durch großformatige Fixverglasungen und Hebeschiebetür eine intensive Verbindung mit Terrasse, Living Pool und Garten erlangt.

Internorm: Welche ökologischen und nachhaltigen Aspekte bzw. Vorbildfunktionen für zukunftsweisendes Bauen bietet dieses Projekt?

Architekt Rührnschopf: Durch das Erkennen der Qualität des bestehenden Gebäudes und die darauffolgende Sanierung und thermische Ertüchtigung konnte der Lebenszyklus des Bestandes deutlich verlängert werden.

Aufgrund der gut erhaltenen und auch weiterhin erhaltenswerten Holzfassade, wurde das gesamte Gebäude mit Holzdämmplatten innen gedämmt und der U-Wert damit um über 80% verbessert. Der Zubau wurde als vorgefertigter Holzriegelbau in Niedrigstenergiebauweise realisiert.

Durch entsprechende Positionierung der Fenster werden bewusst solare Gewinne erzielt. Raumheizung sowie Beheizung des Living Pools und des Brauchwassers erfolgen durch eine Solaranlage mit Pufferspeicher und Nachheizung mit einem Gasbrennwertgerät. Die Sommertauglichkeit des Leichtbaus wird durch Beschattung mit Raffstores sowie die Speichermasse des massiven Estrichs erzielt.

Internorm: Wie hat bzw. wie konnte Internorm Sie bei der Umsetzung von Projekten unterstützen?

Architekt Rührnschopf: Kennzeichnung meiner Arbeit ist es, nicht nur die Auftraggeber, sondern auch alle beteiligten Professionisten frühzeitig in ein Projekt einzubinden.

Auch bei diesem Projekt gab es schon in der Entwurfsphase ein gewissenhaftes Herangehen und Optimieren hinsichtlich Funktion, Form und Architektur, dabei spielte das Fensterthema eine wesentliche Rolle. Durch das intensive Einbinden des Internorm Beraters, konnten so sehr frühzeitig nicht nur EKZ, Sommertauglichkeit und Komfort definiert, sondern auch Kostensicherheit für den Bauherrn garantiert werden. Die Fertigteile und Verglasungselemente wurden "just in time" produziert, geliefert und montiert. Dadurch gelang es die Bauzeit zu minimieren und einen reibungslosen Ablauf zu erreichen.

Internorm: Welchen Stellenwert haben Fenster bei der Gestaltung dieses Hauses?

Architekt Rührnschopf: Die tiefstehende Abendsonne gelangt durch das südwestseitige Fensterband tief in den Wohnbereich. Durch die gezielte Anordnung der öffenbaren Flügel wird eine effiziente Querlüftung ermöglicht.

Die Farbgebung der anthrazitfarbenen Fensterelemente verleiht dem neuen Baukörper eine elegante Erscheinung und steht in bewusstem Gegensatz zum bestehenden Haus mit sanierten originalen weiß lackierten Kastenfenstern aus der 30er Jahren.

Internorm: Welches ist für euch das innovativste Bauwerk Österreichs und wodurch zeichnet es sich aus?

Architekt Rührnschopf: Hier fällt mir sofort das Studentenprojekt „bilding“ in Innsbruck im Rapoldipark ein.

Hier ist es gelungen mit wenigen Materialien und Aufwand sehr spannende Räume herzustellen. Boden, Wände, Decken sind aus Massivholzplatten hergestellt die außen lediglich mit Folie überzogen sind. Mit großen fix verglasten Öffnungen gelang eine perfekte Lichtführung.

Mit wenigen unterschiedlichen Materialien, einfachen aber kreativen Lösungen, toll in Szene gesetzt, entstand ein sehr puristisches und kosteneffizientes Bauwerk.

Bauen wird immer teurer- wer kann sich das noch leisten? Dieses Projekt kann Vorbild sein: Gute Architektur, ökologisch und trotzdem leistbar.

Internorm: In welche Richtung, denkt ihr, wird sich die Architektur in Zukunft entwickeln?

Architekt Rührnschopf: Ich sehe 2 mögliche Szenarien:

Das eine Polarisierung: d.h. auf der einen Seite sehr aufwändig inszenierte Architektur (Geld=Macht), auf der anderen Seite - von städtebaulichen Aufgaben bis hin zur Detaillösung - eher minderwertige Lösungen mit wenig Qualität. Nicht mehr die Qualität und langfristige Auswirkung eines Bauwerkes steht im Mittelpunkt der Entscheidungen, sondern oft nur der kurzfristige Gewinn oder Nutzen.

Das andere ist die Entwicklung von Baukultur. Das heißt Auftraggeber, Politik, Behörden, Institutionen und ausführende Firmen sind sich ihrer Verantwortung bewusst und ermöglichen, fördern gute nachhaltige Architektur auf allen Ebenen.

Ich sehe für ArchitektInnen die große Chance, Lösungen anzubieten, die nicht nur funktionell, ökonomisch und ästhetisch, sondern auch menschengerecht, energieeffizient und ökologisch optimiert sind. Wir brauchen daher Kompetenz, Kreativität und vor allem Bewusstsein.

Internorm: Wir danken für das nette Gespräch!

 

 

Architekt: Martin Rührnschopf architecture, Hietzinger Hauptstr.124, 1130 wien, www.ruehrnschopf.at

Projekt: Um- und Zubau, Familie K., Wien

Vertriebspartner: Internorm Bauelemente Services GmbH, Siemensstraße 105, 1210 Wien, www.ibs-fenster.at 

Fotograf: Michael Kitzinger

 

Haus des Monats Februar 2018 - ARCHITEKTURHALLE ZT KG

Haus des Monats Februar 2018 - ARCHITEKTURHALLE ZT KG

Im Gespräch mit Architekt Mag. Raimund Wulz, ARCHITEKTURHALLE, 6410 Telfs

 

Internorm: Welche charakteristischen Merkmale zeichnen die Architektur des Projektes aus?

Arch. Mag. Wulz: Zwölf in ihren Abmessungen selbstbewusst freistehende Baukörper werden in einer offenen, gestaffelten und durchgrünten Bebauungskomposition in das natürliche Gelände eingesetzt. Sie bilden im Zusammenhang mit in den Grünraum gezeichneten Wegen und Plätzen ein feinkörniges Siedlungsensemble aus. Die Gliederung und Positionierung der einzelnen Baukörper richtet sich nach dem natürlichen Verlauf des Geländes und spiegelt die Fließbewegung der bestehenden Topographie wieder. Sensibel bemessene Zwischenräume und ein Wechsel von räumlicher Dichte mit weiten Blicken quer durch die präzise gesetzten Baukörper, verweben den ursprünglichen Ort mit großzügigen Aufenthalts- und Bewegungsräumen.

Internorm: Welche ökologischen und nachhaltigen Aspekte bzw. Vorbildfunktionen für zukunftsweisendes Bauen bietet dieses Projekt?

Arch. Mag. Wulz: Für die gesamte Wohnanlage wurde eine zentrale Heizanlage errichtet, welche mit Pellets betrieben wird. Unterstützend sind auf den Dachebenen Solarkollektoren verortet, welche durch die höher gestellte Attika optisch nicht wahrnehmbar sind. Sämtliche Wohnungen sind in ihrer Hauptorientierung nach Süden bzw. Westen konzipiert. Die vorgelagerten Loggien dienen als intelligenter baulicher Sonnenschutz und steuern bewusst den solaren Wärmeeintrag. Sämtliche Autos sind in einem unterirdischen natürlich belichteten Parkdeck situiert. Somit ist das gesamt Areal verkehrsfrei mit einer zusammenhängenden Grünlandschaft, die den Bewohnern zu Gute kommt, gestaltetet. 

Internorm: Wie hat Internorm Sie bei der Umsetzung von Projekten unterstützt?  

Arch. Mag. Wulz: Um das nicht gewöhnliche Detail der schrägen Fensterlaibung realisieren zu können, hat uns Firma Internorm schon frühzeitig in der Planung unterstützt. In der Umsetzungsphase mit der ausführenden Firma hat sich diese Zusammenarbeit weiter vertieft und zu einem neuen Fenstertypus im Wohnbau geführt. 

Internorm: Gibt es so etwas wie eine übergeordnete Idee zu diesem Projekt?

Arch. Mag. Wulz: Diese übergeordnete Idee zur Fassade mit ihren Fensteröffnungen und Loggienstrukturen im Zusammenspiel mit den teilweise schrägen Laibungen, suggerieren die Durchblicke in einen Wald und erinnern an den Charakter der ursprünglichen Waldlandschaft.

Internorm: Was war im Zusammenhang mit diesem Projekt die größte Überraschung für Sie?  

Arch. Mag. Wulz: Anscheinend ist die übergeordnete Idee, die Waldlandschaft in Form von Fenstern und Balkonen neu zu interpretieren bis in die Tierwelt vorgedrungen, da wir nun Spechte haben, die die Fassade der Wohngebäude als ihren natürlichen Wohnraum ansehen und sie auch immer wieder bearbeiten.

Internorm: In welche Richtung, denken Sie, wird sich die Architektur in Zukunft entwickeln?

Arch. Mag. Wulz: Mein Anliegen ist es, den Menschen durch immer mehr aufkommende Normen und Gesetze nicht zu vernachlässigen und zu reglementieren, sondern gerade ihm die höchste Priorität in der Architektur des Wohnbaus zu schenken. Architektur muss die Identität, Zufriedenheit und Behaglichkeit der Bewohner fördern.

Internorm: Wir danken für das nette Gespräch!

 

Architekt: ARCHITEKTURHALLE, Arch. Mag. Arch. R. Wulz Ziviltechniker KG, Partner Ing. Manfred König, Niedere-Munde-Straße 15a, 6410 Telfs, www.architekturhalle.at

Projekt: Anna-Dengel-Straße, Bst. 1 + 2

Vertriebspartner: Fenstervisionen HandelsGmbH, Staudach 27, 6422 Stams, www.fenstervisionen.at 

Fotograf: Ing. Simon Schnegg

Bauherr: Weinberg Bauträger & Projektentwicklungs GmbH, 6020 Innsbruck

Haus des Monats Jänner 2018 - Atelier Kaindl+Kuntner GmbH

Haus des Monats Jänner 2018 - Atelier Kaindl+Kuntner GmbH

Im Gespräch mit Architekt Dipl.-Ing. Kaindl und Dipl.-Ing. Kuntner, Atelier Kaindl+Kuntner GmbH, 1030 Wien

 

Internorm: Welche charakteristischen Merkmale zeichnen die Architektur des Projektes aus?

Dipl.-Ing. Kaindl u. Dipl.-Ing. Kuntner: Bei allen Gründerzeithäusern wo wir mit dem Thema umfassende Sanierung und Dachgeschoßausbau konfrontiert werden, ist es uns wichtig respektvoll und behutsam mit der alten Bausubstanz umzugehen, aber gleichzeitig nicht davor zurückzuschrecken, dort wo es uns erforderlich erscheint, entsprechende Eingriffe vorzunehmen um die Ansprüche unsere Zeit und unsere eigenen architektonischen Vorstellung zu erfüllen.

Beim Projekt Erlgasse konnte man den Bestand gut für sich selbst sprechen lassen. Wichtig war hier lediglich, die alte Architektur wieder aufleben zu lassen und mit einigen wenigen neuen, aber dem damaligen Stil entsprechenden Versatzstücken zu verfeinern.

In der Trubelgasse war dies insofern spannender, als dass der Bestand sich sehr von typischen Gründerzeithäusern abhebt (ehemaliges Hotel). hier konnten wir wunderbar an die Eleganz anknüpfen und diese mit modernen Elementen weiterführen.

Am Reithofferplatz ist es hauptsächlich die Idee, die Erschließung über Freiräume zu organisieren, von welcher die Charakteristik des Projektes lebt. So konnte der ehemals karge Innenhof mit einer herrlich spannenden architektonischen Struktur versehen, nahezu alle Wohnungen mit Freiräumen versorgt und gleichzeitig unnütze Gangbereiche in die Wohnungen miteinbezogen werden.

Internorm: Welche ökologischen und nachhaltigen Aspekte bzw. Vorbildfunktionen für zukunftsweisendes Bauen bietet dieses Projekt?

Dipl.-Ing. Kaindl u. Dipl.-Ing. Kuntner: Unsere Auftraggeber legen glücklicherweise die Latte hinsichtlich Energieeffizienz und Durchdachtheit der Grundrisslösungen sehr hoch. Wir versuchen daher, dass jeder gebaute Quadratmeter räumlich und energetisch möglichst sinnvoll nutzbar ist. Wenn wir dies aufbauend auf einer alten baulichen Substanz erreichen und zusätzlich durch den nachträglichen Dachgeschoßausbau zur Verdichtung des städtischen Gefüges beitragen, dann hat das aus unserer Sicht schon recht viel mit Nachhaltigkeit zu tun.

Internorm: Wie hat Internorm Sie bei der Umsetzung von Projekten unterstützen?

Dipl.-Ing. Kaindl u. Dipl.-Ing. Kuntner: Internorm hat uns durchwegs sehr umfassend bei der Umsetzung unterstützt. Dies beginnt bei der Beratung in der Planungsphase durch den Architektenbetreuer und wird durch den Lieferanten im Zuge der Ausführung weitergeführt. Entscheidend ist oftmals, kurzfristig zu den planungsrelevanten Informationen zu kommen - dies funktioniert mit internorm.

Internorm: Gibt es so etwas wie eine übergeordnete Idee zu diesem Projekt?

Dipl.-Ing. Kaindl u. Dipl.-Ing. Kuntner: Das Haus in der Erlgasse hatte einen wunderbaren Charakter, lediglich etwas verblasst. Also war die Idee naheliegend das "gute alte" wieder wach zu küssen. Klingt simpel, in der Umsetzung teilweise recht herausfordernd.

Die Trubelgasse liegt inmitten des Fasanviertels, welches durchaus für einen gehobenen Anspruch steht. Hier schien es uns angebracht eine zurückhaltende Eleganz im Straßenraum und in den Stiegenhausbereichen zu schaffen. Eine im Detail hochwertige aber nicht aufdringliche Formensprache. Die Idee der Laubengänge war am Reithofferplatz der erste Teil, dann war recht bald klar, dass diese einen starken Charakter bekommen sollen.

Internorm: Was war im Zusammenhang mit diesem Projekt die größte Überraschung für Sie?

Dipl.-Ing. Kaindl u. Dipl.-Ing. Kuntner: Der atemberaubende Blick von den Dachterrassen in der Trubelgasse über praktisch ganz Wien. Das war so nicht vorauszusehen. Am Reithofferplatz ist erstaunlich wie viele interessante Blickwinkel in einem engen Innenhof möglich sind.

Internorm: In welche Richtung, denken Sie, wird sich die Architektur in Zukunft entwickeln?

Dipl.-Ing. Kaindl u. Dipl.-Ing. Kuntner: Es ist zu befürchten, dass die bereits jetzt sehr hohen Anforderungen seitens der Bauordnung und den technischen Richtlinien zunehmen und die Umsetzung derselben die Architektur weiter vom Nutzer wegbringt als das den Architekten lieb sein kann. Auf der anderen Seite zwingt dies den Bauherrn geradezu hinsichtlich der Ausnutzbarkeit zu optimieren um die immer mehr ansteigenden Baukosten in den Griff zu bekommen. Das führt letztendlich dazu, dass für Architektur und damit der Gestaltung von Lebensräumen zu wenig Potenzial übrig bleibt.

Internorm: Wir danken für das nette Gespräch!

 

 

 

 

 

Architekt: Atelier Kaindl+Kuntner GmbH, Dipl.-Ing. Peter Kaindl + Dipl.-Ing. Wolfgang Kuntner, Fasangasse 49/10, 1030 Wien, www.kaindl-kuntner.at

Projekt: Gründerzeithäuser - Erlgasse, Reithofferplatz, Trubelgasse, Wien

Vertriebspartner: Baustoffgrosshandel Michael Koch Ges.m.b.H, Altenburgerstraße 18, 7100 Neusiedl, www.bauweltkoch.at

Fotograf: Rudy Dellinger

Hinweis: Projekt Erlgasse: ursprüngliche Einreichplanung von SIGS Bauplanungs GmbH; Ausführungsplanung und Design von Atelier Kaindl+Kuntner GmbH